Fri 5 May 2006
… und nur, weil ich zwei Minuten zu spät am Bahnhof angekommen bin, hat sie gleich grimmig geguckt
Fri 5 May 2006
… und nur, weil ich zwei Minuten zu spät am Bahnhof angekommen bin, hat sie gleich grimmig geguckt
Mon 1 May 2006
Eine letzte Meldung aus dem Ausland… am 29.4. habe ich Australien endgültig hinter mir gelassen… Der Abschied von Westaustralien fiel ziemlich schwer. Der Schmerz wurde dadurch etwas gemildert, dass es beim Flug nach Sydney gute Aussichten auf Australien gab - auch wenn es leider stellenweise sehr wolkig war. So habe ich ein Teil der Nullarbor von oben gesehen, aber dann kam eine dichte Wolkenfront bis Südaustralien. Dafür habe ich, wie gehofft, die Flinders Ranges gesehen. Ich konnte Port Augusta identifizieren und den Pier, auf dem ich mit meiner Wwoof-Familie angeln war. Ich bilde mir ein, dass ich auch die Schaffarm gesehen habe. Habe Beweisfotos geschossen und werde sie Kay und Ian schicken, damit die mir sagen, ob ich mir alles nur einbilde. Die Strasse und das Flussbett und die Anordnung der Felder sah jedenfalls so aus wie auf dem Boden!
Über New South Wales wurde es dann dunkel, und ich konnte ein paar Buschbrände sehen. Von Sydney gab es schliesslich noch die Skyline beim Landeanflug, Opernhaus, Harbour Bridge etc. In zweieinhalb Tagen habe ich dann Sydney kurz erkundet - Harbour Bridge erlaufen, Opernhaus fotografiert, mich von der Fähre durch den Hafen schippern lassen. Einen Tag habe ich in den Blue Mountains verbracht, um noch ein letztes Mal frische australische Luft zu schnuppern. Ein Teil meiner wertvollen Zeit ging damit drauf, mein Bankkonto aufzulösen und mein Flugticket umschreiben zu lassen - der ursprünglich gebuchte Rückflug von Kuala Lumpur nach Frankfurt war gestrichen worden. So habe ich jetzt einen Tag mehr Zeit, Kuala Lumpur zu erkunden und mich wieder voll ans Stadtleben zu gewöhnen. In Sydney konnte ich bereits feststellen, dass ich problemlos in den Stadtmodus zurückschalten kann. Ziemlich anstrengend war es aber, ständig aufmerksam zu sein!
Hier in Kuala Lumpur herrschen verschärfte Bedingungen, wo einem ständig Leute was verkaufen wollen … Mein Hotel liegt direkt in Chinatown an der Strasse, wo der Nachtmarkt stattfindet. Ich kann also nicht aus dem Hotel gehen, ohne haufenweise T-Shirts, Rolex-Uhren für einen Euro oder ähnlich günstige “Marken”-Handtaschen angeboten zu bekommen. Kaum bin ich aus der Einkaufsstrasse raus, preisen sich in einer ähnlich aufdringlichen Art die Taxifahrer an. Die Haare offen tragen darf ich auch nicht, sonst kriege ich gleich noch Heiratsangebote. Die Männer hier scheinen Haarfetischisten zu sein - tragen die Frauen deswegen vorwiegend Kopftuch oder haben die Männer deswegen einen Haarfimmel??
Das nächste Mal, wenn ich in ein sehr kulturfremdes Land reise, möchte ich mir einen persönlichen Guide engagieren. Der darf dann aufpassen, dass man als Tourist beim Einkaufen oder Taxifahren nicht übers Ohr gehauen wird, kann mir erklären, was all die komischen Sachen auf der Speisekarte sind, und wie man sich korrekt verhält. Wenn man irgendetwas an Service erwartet, muss man jedenfalls sehr aufdringlich sein, wie ich bereits gelernt habe.
Shoppen ist hier sehr aufregend aufgrund der vielen Sachen, die man in Deutschland nicht findet. Leider habe ich kein Platz mehr im Gepäck!! Naja, Klamotten kann ich mir hier eh kaum kaufen, da die meisten Sachen nicht in meiner Grösse hergestellt werden! Morgen Abend steige ich in den Flieger nach Deutschland und am 3.5. bin ich wieder da!!
Thu 20 Apr 2006
…und ich bald wieder da!
Mit Wendy und Brian habe ich fast zwei Wochen am Meer verbracht, in Augusta, wo Wendy und Brian einen Wohnwagen/Bungalow auf einem Campingplatz besitzen. Der Campingplatz liegt unweit vom Meer direkt an einem Fluss, und es gibt Pelikane, Delphine und Rochen, die täglich am Fluss “rumhängen”. Endlich habe ich meine Pelikan-Bilder-Quote erhöhen können! Pelikane und Rochen warten hauptsächlich darauf, dass Leute vom Fischen wiederkommen und ihren Fang am Wasser filletieren. Die Reste oder die kleinen Fische werden meist an die Pelikane weitergegeben, und die Rochen schwimmen den Leuten zwischen den Füssen lang, um auch was abzubekommen. Es gab auch eine neugegründete örtliche Pelikanrettungseinheit. Es war sehr unterhaltsam, ihnen dabei zuzuschauen, wie sie versuchen, einen Pelikan zu fangen. Zwischendurch erstmal ein Schlückchen Wein trinken… Bei dem Versuch ist es dann auch geblieben.
Das Wetter war, wie ich nicht anders erwartet habe, relativ schlecht. Der meist graue Himmel hat mich sehr an Deutschland erinnert, auch wenn die Temperaturen vergleichsweise angenehm waren, tagsüber über 20 Grad. Ostern im Herbst zu feiern war auch gewöhnungsbedürftig. Karfreitag und Samstag war praller Sonnenschein, jedoch ziemlich windig. Schlecht für jegliche Wasseraktivitäten. Brian war einen Tag tauchen und fischen und hat ein paar Schalentiere gefangen. Wendy und ich durften dann auch noch einen Nachmittag mit, um Fisch zu angeln. Ich habe meinen ersten Meeresfisch namens Whiting geangelt! Den gabs dann abends fritiert, Fish und Chips aus Eigenproduktion. Lecker! Montag wurde das Wetter so schlecht, dass wir relativ früh zurück nach Collie gefahren sind.
In den ganzen zwei Wochen hatte ich nur einen einzigen Anruf wegen meines Autos, das zum Verkauf ausgeschrieben war. Meine lieben Ex-Kolleginnen, erinnert ihr euch noch dran, wie viele Anrufe man für einen Sale ungefähr benötigt? Ich fühle mich also sehr sehr glücklich, dass dieser eine Anruf für mich genug war, um das Auto zu verkaufen! Seit gestern (Mittwoch) gehört es mir nicht mehr. Die Leute aus Collie haben sich das Auto am Dienstag angeschaut, eine Probefahrt gemacht und es sofort gekauft! Zwei Stunden später hatte ich das Geld in der Hand. Zwar hatte ich gehofft, etwas mehr zu bekommen, aber da ich nicht sehr viel Zeit zum verkaufen hatte, habe ich mich das Auto praktisch schon an einen Autohändler verschenken sehen. So habe ich immerhin die Hälfte des Kaufpreises “zurück”bekommen. Und ein T-Shirt haben sie mir auch noch geschenkt, als Andenken an Collie. Eine grosse Sorge ist von mir gegangen, obwohl ich schon sehr traurig war, mich von meinem schnuckeligen roten Auto trennen zu müssen. Ich habe es extra noch auf Hochglanz poliert, es sah aus wie neu (wenn man nicht so nah dran war zu sehen, dass der Lack an zahlreichen Stellen zerkratzt bzw. durch herumfliegende Steine abgeplatzt war). Schnüff! Wenigstens ist es in guten Händen.
Auf dem Rückweg von Augusta nach Collie habe ich gerade noch die 40.000 Kilometer-Marke durchbrochen. Ich bin in 11 Monaten 40.000 Kilometer quer durch Australien gefahren! Es hat mich geschätzte 3000 Euro an Benzin gekostet. Dabei ist der Sprit hier noch vergleichsweise billig! In den Städten kostet der Liter Benzin ca. 70 – 78 Euro-Cent, im Outback habe ich teilweise auch 1 Euro pro Liter bezahlt. Nur am Uluru war das Benzin nicht teurer als in Adelaide oder Melbourne…
Am nächsten Mittwoch fliege ich von Perth aus nach Sydney und verbringe dort noch drei Tage, bevor es über Kuala Lumpur zurück nach Deutschland geht. Kaum zu glauben, dass ich bereits in zwei Wochen wieder zu Hause in Berlin bin! Das Jahr war einerseits ziemlich lang, ich habe so viel erlebt, dass ich kaum glauben kann, dass es nur einige Monate her ist. Andererseits kommt es mir auch sehr kurz vor, es gab immer was zu tun oder zu sehen. Nur das Wetter war meist ziemlich bescheiden. Wehe, mir erzählt noch mal einer, dass Australien nur heiss und sonnig ist! Ich hoffe nur, dass in Deutschland mal endlich Frühling ist, wenn ich wieder da bin. Ich zähle dann fest auf euren Support, wenn ich unter einem gewaltigen Kulturschock leide. Ich glaube, ich muss mir noch eine CD mit australischen Geräuschen kaufen, um damit in meinem Zimmer meditieren zu können! Ich lade euch dann ein.
Wed 12 Apr 2006
So, jetzt schnell die neuesten Neuigkeiten von mir (ohne Fotos, da ich meine Hardware nicht hierhabe)! Auf der Flucht vor Zyklon Glenda sind mein Beifahrer Andreas und ich zwei Tage später in Perth angekommen. Das war am 31.3., soweit ich mich korrekt erinnern kann. Da das Hostel meiner Wahl nur Unterkunft für eine Nacht hatte, habe ich Wendy und Brian (meine allererste Wwoof-Familie, bei der ich letzten Juni zu Gast war) angerufen. Am nächsten Tag war ich auf dem Weg nach Collie (200 km südlich von Perth). Vorher musste ich allerdings noch einen Zahnarzt aufsuchen, denn mir war in Coral Bay eine Füllung rausgefallen und dort gab es keinen ärztlichen Service.
160 Dollar später hatte ich eine neue provisorische Füllung im Backenzahn und konnte nach Collie fahren. Es hat mehrere Tage gedauert, bis ich alle Sachen aus meinem Auto ausgeladen und sortiert hatte. Ein grosser Sack mit den dicksten Wintersachen ging direkt an den Second-Hand-Laden des Roten Kreuzes. Brian und Wendy haben ein paar Lebensmittelspenden erhalten. Einige Sachen werde ich wohl per Paket nach Berlin senden und dann mit möglichst leichtem Gepäck zum Flughafen aufbrechen. Ein Alptraum!
Mit Brians Hilfe habe ich eine Anzeige für mein Auto entworfen und in der Stadt aufgehängt. Eine weitere Anzeige wird diese Woche im Quokka (Westaustraliens Version der “Zweiten Hand”) veröffentlicht. Jetzt sind Wendy, Brian und ich in Augusta auf dem Campingplatz direkt am Meer und haben hier weitere Aushänge verteilt. Drückt mal die Daumen, dass sich bald ein Käufer findet. Vorher werde ich mich wohl nicht richtig entspannen können.
Das Wetter hier ist nicht so berauschend, ziemlich wolkig und regnerisch, bei ca. 20 Grad. Der Wetterbericht verspricht ständig Besserung “in ein paar Tagen”, was dann aber immer wieder verschoben wird. So waren wir leider noch nicht zum Fischen auf dem Meer, sondern haben nur ein paar Heringe vom Strand aus gefangen. Die waren aber sehr lecker!
Ansonsten bietet der Campingplatz einige Abwechslung - man kann Pelikane und Rochen füttern (muss natürlich vorher selbst den Fisch fangen), es gibt Papageien und andere bunte Vögel, und natürlich lebt der Zeltplatz vom Klatsch und Tratsch. Die meisten Leute kennen sich und Wendy erzählt mir Geschichten über alle, die sie sieht. Heute nachmittag wollen wir noch mal unser Glück bei den Heringen versuchen, hoffentlich fängt es nicht wieder an zu regnen. Bis demnächst! - Sobald wir nach Ostern zurück in Collie sind, versuche ich noch ein paar Fotos hochzuladen!
Fri 7 Apr 2006
Der erste interessante Zwischenstopp von Broome aus war in Port Hedland. Die Region lebt vom Bergbau, und in Port Hedland wird das Eisenerz von Schiffen abtransportiert. Es gibt in der Stadt eigentlich nichts zu sehen. Alle Häuser haben einen interessanten rostbraunen Farbton, dank des Staubs, der in der Luft liegt. Die Jugendherberge dort fand ich sehr sympatisch – habe keine partygeilen Backpacker angetroffen, sondern nur zielstrebige junge Leute, die im Ort oder für eine der Bergbaufirmen arbeiten.
Der zweite Zwischenstopp war das Nanutarra Roadhouse – Exmouth war einfach zu weit entfernt und das lange Autofahren macht doch ganz schön schläfrig. Dieses Roadhouse war aber auch ein ziemlich einzigartiger Stopp! Der Ashburton River floss gleich nebenan vorbei und führte ziemlich viel Wasser. Dies führte dazu, dass es am Roadhouse Unmengen von Insekten (besonders Heuschrecken) und Frösche gab. Nichts für Leute, die keine Insekten mögen! Nach einem Gang zur Toilette musste man erstmal Dutzende von Heuschrecken von der Kleidung abschütteln, falls man sie nicht alle im Zimmer haben wollte! Nach Einbruch der Dunkelheit sassen Dutzende von kleinen Fröschen am Schaufenster des Shops, um die Insekten zu fressen, die vom Licht angelockt wurden. Auch die Telefonzellen beherbergten zahlreiche Frösche und Insekten. Mein Telefonat mit Lutz wurde immer wieder von meinen plötzlichen Aufschreien unterbrochen, wenn plötzlich eine Heuschrecke auf mir landete (einige waren ziemlich gross) bzw. mir gar unters T-Shirt krabbeln wollten. Es gab viele interessante Fotogelegenheiten… mehr davon noch mal bei Gelegenheit in meiner Fotogalerie!
In Exmouth bin ich am nächsten Tag mittags angekommen. Also Zeit genug, noch ein wenig die Strände zu erkunden. Das Wasser kam mir im Gegensatz zu Broome ganz schön frisch vor! In der Unterkunft habe ich – wie sollte es anders sein – ein paar Deutsche getroffen. Zwei bayerische Jungs hatten mich bereits in Broome im Hostel gesehen. Sie waren mit einem echten 4-Wheel-Drive unterwegs und hatten ein paar schöne Autopannen-Geschichten auf Lager. Ich habe sie dann noch einmal in Coral Bay wiedergetroffen, wie einige andere Leute auch… Australien ist halt klein!
In Exmouth war natürlich schnorcheln angesagt! Einen ganzen Tag habe ich im Nationalpark an der Küste verbracht und diverse Schnorchelstellen ausprobiert. Leider war es sehr windig (schlechte Sicht unter Wasser), aber wenigstens schien die Sonne. Es gab ein total cooles Strömungsschnorcheln – man schwamm vom Strand aus 100 Meter hinaus und konnte sich dann von der Strömung ein paar hundert Meter über Korallen und Fische treiben lassen. Man musste nur zusehen, dass man auch wieder an Land kam! Gegen die Strömung schwimmen war hier so gut wie unmöglich, ich habe es natürlich ausprobiert!
Exmouth ist eine echte kleine Stadt, mit zwei Supermärkten. Der Nachteil ist, dass man mindestens 50 Kilometer mit dem Auto fahren muss, um Schnorcheln zu können. Deswegen bin ich lieber weiter nach Coral Bay, 150 Kilometer üdlich, wo ich letztes Jahr bereits war. Coral Bay ist ja eigentlich kein Ort, nur ein paar Touristenunterk&uum;nfte und vier kleine Geschäfte. Dafür geht alles sehr gemütlich zu, man ist in wenigen Minuten an einem wunderschönen Strand ohne Brandung, und das Korallenriff verläuft nur ein paar hundert Meter vor der Küste. An einigen Stellen wachsen Korallen nur ein bis zwei Meter vom Strand entfernt!
Einen Tag hatte ich mir zum Ausruhen reserviert, ich bin ein bisschen geschwommen und geschnorchelt. Für den nächsten Tag hatte ich eine Bootstour gebucht, Schnorcheln am Aussenriff, Schwimmen mit Mantarochen sowie die Hoffnung, einen Walhai zu sehen. Was soll ich sagen – Geschichte wiederholt sich! Ein Wirbelsturm war im Anmarsch und laut Vorhersage war unsere Küste auf der Route des Sturms. Es war bereits sehr wolkig, und wurde immer windiger über Nacht. Ich hatte bereits vorhergesagt, dass meine Bootstour abgesagt wurde, und so war es dann auch! Die meisten Backpacker im Hostel sassen für die Dauer des Sturms fest; bereits in der Nacht zuvor wurde der Busservice Richtung Norden gestrichen und dann “am Tag vor dem Sturm” auch noch der nach Süden. Nach heftigen Regenfällen können die Strassen tagelang überflutet und damit unpassierbar sein.
Ich hatte keine Lust, tagelang bei schlechtem Wetter dort festzuhängen, es gibt schliesslich ausser schwimmen und schnorcheln nichts zu tun. Ich kam mir aber etwas schäbig vor, allein abzufahren, während etliche Leute gezwungen waren zu bleiben. So machte ich mich zunächst auf die Suche nach Sigrid, einer bayerischen Kripo-Beamtin, mit der ich mich am Vorabend nett unterhalten hatte (stellt euch vor, ich hätte jetzt auch Kripobeamtin sein können!!). Ich wusste weder ihren Namen noch ihre Zimmernummer, aber als Beinahe-Polizistin hat mich das natürlich nicht aufgehalten. Ich habe sie schliesslich im Zimmer gegenüber meines gefunden. Leider war sie nicht in der Lage, spontan nach meinem abrupten Weckservice eine Entscheidung zur Abreise zu treffen. Als nächstes habe ich einen Typen gefragt, der in zwei Tagen in Perth sein musste. Andreas (natürlich auch ein Deutscher!) hat mir dann zwei Tage im Auto Gesellschaft geleistet. Wir waren nicht die Einzigen, die auf der “Flucht” vor dem Zyklon namens Glenda waren… Kurz nach der Abreise aus Coral Bay waren wir Zeuge eines ziemlich schlimmen Autounfalls. Wir hatten gerade ein Auto mit Campinganhänger überholt, hinter uns folgte ein Road Train (riesiger LKW mit zwei Anhängern). Der Campinganhänger schwankte so schon im Wind hin und her, und entweder wurde der Anhänger dann vom Luftsog des LKW erfasst oder der Fahrer wollte ausweichen und hat auf dem Seitenstreifen die Kontrolle verloren. Als nächstes sah ich im Rückspiegel, wie sich Auto samt Anhänger überschlugen. Der LKW hatte natürlich nichts gemerkt, aber ich konnte ihn zum Anhalten bringen. Hinter uns hatten bereits zwei weitere Fahrzeuge an der Unfallstelle angehalten (es waren dank des Sturms viel mehr Autos unterwegs als gewöhnlich). Handyempfang gab es natürlich keinen, wir mussten noch 25 Kilometer bis zum nächsten Roadhouse fahren, um einen Krankenwagen anzufordern. Mein Bedarf an Aufregung it erstmal gründlich gedeckt, und ich war ziemlich froh, dass ich nicht allein im Auto war. Leider wissen wir nicht, ob die Leute im Unfallwagen ok sind, der Unfall hat es nicht in die Medien geschafft. Krankenwagen, Feuerwehr und Kranauto kamen uns nach einer weiteren Stunde Fahren entgegen, da Coral Bay nicht über eigene Rettungsfahrzeuge verfügt, diese mussten aus dem 220 km entfernten Carnarvon kommen.
Und apropos Aufregung, das hatte ich noch gar nicht erwähnt, aber am Tag zuvor war in Coral Bay auch noch ein Backpacker ertrunken. Einfach abgegluckert beim Schnorcheln mit seiner Freundin! Und es hat Stunden gedauert, bis sie ihn gefunden haben. Habe in der Nacht ziemlich schlecht geschlafen.
Fri 7 Apr 2006
Vom Kakadu National Park habe ich mich also direkt Richtung Westaustralien aufgemacht, die Grenze war noch 900 km entfernt. Die berühmte Schlucht Katherine Gorge habe ich ausgelassen… Nach einer Weile Australien habe ich das Gefühl, Schluchten sind in Australien das, was Schlösser in Europa sind. Jede Stadt hat eine, und nach ein paar hat man die Nase gestrichen voll! Ein andermal.
Erste Station auf dem Victoria Highway zwischen Katherine und Kununurra war das Victoria River Roadhouse. Dieses liegt mitten im Gregory National Park, und ich war von der Schönheit der Landschaft spontan so beeindruckt, dass ich unbedingt hier übernachten wollte, auch wenn ich noch zwei Stunden hätte weiterfahren können. Ich bin ja an einigen Parks vorbeigekommen, aber ich fand diesen viel schöner als einige der beliebteren Parks. Wahrscheinlich ist die Ecke zu abgelegen, um viele Touristen anzuziehen! Wollt ihr jemals eine besonders schöne Gegend Australiens sehen, fahrt die Strasse zwischen Katherine und Kununurra!!! Für mich die schönste Strecke, die ich auf 40.000 km durch Australien entdeckt habe!
Am späten Nachmittag habe ich einen nahegelegenen Aussichtspunkt erklommen – im Schweisse meines Angesichts! Es war zwar nicht ganz so heiss/schwül wie in Darwin, aber es hat gereicht. Der Ausblick hat aber für alle Strapazen entschädigt. Wunderschöne rote Felswände, der Victoria River mittendrin. Dank der Regenzeit blühte es überall und das Speergras stand zwei Meter hoch. Schwärme von Kakadus hatten ein Festessen an den Grasrispen. Ich musste mich am Ende beeilen, dass ich vor Einbruch der Dunkelheit wieder am Auto war, so schön war es. Den Abend habe ich mit der Jagd nach Fröschen verbracht. Hinter der Unterkunft waren Fallen für die berüchtigten Cane Toads aufgestellt, die ich natürlich inspizieren musste. Die Kröten werden vom Licht angelockt, zusammen mit zahllosen Insekten und anderen, einheimischen Fröschen. Sie sollen dann durch die Insekten angelockt in die Falle hopsen. Ich musste allerdings einigen Biestern nachhelfen. Am Abend waren 15 Kröten gefangen. Morgens waren nur noch drei übrig!! Das war voll der Betrug! Die hatten ein Festessen und sind dann einfach wieder abgehauen. Hätte ich das gewusst, hätte ich den blöden Viechern einfach die Köpfe eingeschlagen!
Vom Victoria River Roadhouse waren es noch 170 km bis zur Grenze – 170 km voller schöner Ausblicke auf Bergformationen links und rechts der Strasse. Ein paar Kraniche kreuzten meinen Weg (=liefen über die Strasse). Hier wachsen ausserdem die Boab-Bäume, für die die nordwestliche Region bekannt ist. An der Grenze zu Westaustralien wurde mein Auto kontrolliert – zum einen auf Cane Toads (Westaustralien ist bisher frei von den Kröten, aber möchte es gerne bleiben.), zum anderen auf Lebensmittel. Die Einfuhr von Obst, Gemüse, Honig etc. ist verboten, damit keine Pflanzenschädlinge oder Krankheiten eingeschleppt werden.
Gleich an der Grenze thronte eine weitere rote Felsformation. Man kann es sich kaum vorstellen, aber es geht noch röter! Die Farben sind einfach überwältigend! Das muss man einfach mal gesehen haben, um es zu glauben. Ich wünschte, ich wäre bereits früher in die Gegend gefahren und hätte mehr Zeit hier in der Pilbara-Region verbringen können. Statt auf einer Erdbeerfarm im kalten Victoria hätte ich in einem Supermarkt hier oben arbeiten können. (Seufz.) Der bekannteste Nationalpark der Gegend, der Purnululu (besser bekannt als Bungle Bungle) National Park, war wegen der Regenzeit leider gesperrt. So bin ich weiter Richtung Broome gefahren (1130 km bzw. Zwei Tage Fahrt von Kununurra). Und hatte erst noch mal ein wenig Aufregung - bei voller Fahrt einen Platten – obwohl, platt war er eigentlich nicht, der Reifen, er ist mehr so explodiert und hat sich in Einzelteile aufgelöst. Zum Glück ist kaum Verkehr auf den Strassen hier oben und ich konnte das Auto ohne Unfall an der Seite zum stehen bringen. Fünf Minuten später kamen auch zwei Trucks vorbei, die gleich angehalten und mir geholfen haben, den Reifen zu wechseln. Einer der Trucks war in meine Richtung unterwegs und ist mit mir bis zum nächsten Ort (190 km entfernt) gefahren, wo ich mir erst mal sicherheitshalber einen neuen Ersatzreifen gekauft habe. An der Strasse waren es bereits 40 Grad in der prallen Sonne, und mittags im Ort fast 50. Nichts für schwache Gemüter, wo ich doch so schon völlig fertig war! Abends bin ich in Broome angekommen.
Broome war HEISS! Keine Wolken in Sicht, nur strahlender Sonnenschein bei fast 40 Grad. Das war zu viel für mich. Nachdem die Stadt nichts herzugeben schien und ich auch nicht besonders von Cable Beach beeindruckt war (UND in der Jugendherberge die Klimaanlage nur zwischen 21 und 7 Uhr funktionierte), habe ich mich nicht länger dort aufgehalten. Ich wollte nur noch nach Süden, in kühlere Gefilde. Habe von Schnee und Eis in Deutschland geträumt und von einer kalten Dusche. Seit den Wasserfällen im Litchfield National Park habe ich kein erfrischend kaltes Wasser mehr erlebt! Mein Plan war, am Ningaloo Riff in Exmouth und Coral Bay noch ein paar entspannende Tage zu verbringen. Exmouth war von Broome aus 1500 km (zwei Tage) entfernt…
Thu 6 Apr 2006
Hallo, ihr Lieben, da bin ich mal wieder. Lange ist es her, seit ich das letzte Mal aus Australien berichtet habe. Seitdem bin ich noch weitere 5700 km gefahren und habe beinahe die 40.000 km voll…
Von Batchelor aus ging es Richtung Darwin, wo ich einen kurzen Einkaufsstopp eingelegt habe (letzter grosser Supermarkt vor der Wildnis). Dann wieder südlich bis zur Abzweigung Richtung Kakadu National Park. Aufenthalt im Park ist kostenlos, seit sie die Gebühren für den Uluru auf 25 Dollar angehoben haben. Habe also sogar Geld gespart! Übernachtet habe ich in Jabiru, ganz am “Ende” der Strasse. Der Ort ist zum einen ein Zentrum für die Kakadu-Touristen, zum anderen Basis für die Uranerzmine unweit der Stadt (welch beruhigender Gedanke…). Meine Übernachtung war total cool, die örtliche Jugendherberge bietet 3-Bett-Zimmer in “Bush Bungalows” an. Die Bungalows sind auf Stelzen gebaut (mehr Luft, weniger Insekten) und haben statt Wänden nur Insektengitter. So ist für maximalen Luftzug gesorgt und man benötigt keine Klimaanlage. Es waren kaum Touristen da, ich hatte für 15 Dollar pro Nacht den ganzen Bungalow für mich allein. Habe mein Zimmer nur mit einem kleinen Frosch geteilt, der genüsslich Ameisen verspeist hat.
In Jabiru war ich zwei Nächte und habe eine Tagestour mitgemacht. Auch das war ziemlich cool, auf der Tour waren wir zu fünft plus zwei Tourguides, und am Ausflugsziel Ubirr, einer Kulturstätte der Aboriginies, waren wir auch ganz allein. Um dorthin zu gelangen, mussten wir erst einmal mit dem Boot fahren. Normalerweise kann man dort mit dem Auto hinfahren, doch eine der Strassen war geflutet. So wurde der “Floodway” zur Bootsanlegestelle. Spannendes Tierleben gab es leider wenig zu sehen – es gibt einfach während der Regenzeit zu viele Wasserstellen. Wenigstens haben wir ein paar Babykrokodile gesehen (später in meiner Fotogallerie…)! In Ubirr gab es Wandmalereien zu besichtigen und man konnte auf einen Felsen klettern und hatte einen total genialen Ausblick auf die umliegenden Sümpfe und die Felskante, die den Nationalpark vom Arnhem Land (traditionelles Land der Ureinwohner) trennt.
Obwohl der Nationalpark Kakadu heisst, wurde er nicht nach den Vögeln benannt, sondern nach einem ähnlich klingenden Wort der Aboriginies. Trotzdem gab es in Jabiru eine Menge Kakadus (Corellas) zu sehen, die sich an dem in der Regenzeit wachsenden Gras gütlich gehalten haben. Viel mehr gab es während der Regenzeit in Jabiru leider nicht zu tun, so dass ich nur zwei Nächte geblieben bin. Fortsetzung folgt, bleibt dran…
Wed 15 Mar 2006
Ich bin wieder in den Tropen angekommen! Und da es die Wet Season ist, regnet es hier ordentlich!
Nachdem ich Alice Springs verlassen habe, bin ich also weiter nach Norden gefahren. Zum fünften Mal auf meiner Reise habe ich den Wendekreis des Steinbocks überquert, die offizielle Grenze der tropischen Zone. Bereits in Alice war es ziemlich wolkig gewesen und man konnte deutlich sehen, dass es in der Gegend in letzter Zeit öfter mal geregnet hatte. Fast alle Flussläufe am Highway, die normalerweise trocken sind, waren mit Wasser gefüllt. Je weiter man nach Norden fuhr, desto mehr änderte sich die Vegetation: grünes Gras, grössere Bäume, Blumen am Strassenrand. Aufregend! In Tennant Creek war es dann schon ziemlich feuchtwarm, und Millionen von Insekten waren in der Nacht unterwegs. Grashüpfer, Motten, Käfer (brauche wohl die Schaben nicht zu erwähnen, oder?). Die Übernachtung in der ziemlich heruntergekommenen Jugendherberge war entsprechend ungemütlich, das Zimmer beherbergte eine grössere Zahl toter und lebender Insekten und die Klimaanlage (ohne Ausschalter) spuckte Insektenreste auf das obere Bett (habe natürlich unten geschlafen…war es Zufall, dass sonst keiner dort übernachten wollte??).
Tennant Creek als Stadt kann ich nicht weiterempfehlen, ich habe nichts sehenswertes entdecken können, und die Horden von Aborigines, die am Abend brüllend und trinkend durch die Strassen gelaufen sind, wirkten auch nicht besonders einladend.
Schnell weiter! Mittags begann es zu regnen. Nach ca. 350 km hörten die flachen niedrig bewachsenen Ebenen auf und links und rechts der Strasse gab es grüne Wälder und sumpfige Wiesen mit 2 m hohem Gras. Mataranka, ein kleiner Ort auf dem Weg nach Darwin und umgeben von Monsunwädern und Flüssen, war meine zweite Station. Die Mataranka Homestead mit Backpacker-Unterkunft liegt direkt an den Thermalquellen. Und dank der Wet Season waren fast keine Touristen da und ich hatte den Thermalpool abends für mich allein. Das Wasser hat eine Temperatur von 34 Grad, was einem bei 36 Grad Aussentemperatur FAST wie eine Abkühlung vorkommt! Abends habe ich noch ein paar Frösche gejagt: ein toller grosser grüner Baumfrosch lebte unter der Treppe, ein kleiner brauner Baumfrosch über dem Waschbecken und ein weiterer Frosch mit roten Augen hüpfte die Treppe rauf und runter. Süss!!! In meinem Zimmer habe ich zum Glück keine nennenswerten Tieransammlungen gefunden.
Morgens habe ich einer weiteren Quelle einen Besuch abgestattet, ein malerisches palmengesäumtes Flüsschen. Die Ozzis haben es sich nicht nehmen lassen, zwei bequeme Treppen einzubauen, damit man ohne Probleme ins Wasser kommt. Das Schwimmen war sehr entspannend, und ich fühlte mich definitive erfrischt, bis ich wieder draussen und trocken war und zu schwitzen anfing… Die einzigen anderen zwei Leute vor Ort waren natürlich Deutsche!
Am Freitagnachmittag bin ich dann in Batchelor angekommen. Dieser Ort liegt 80 km südlich von Darwin am Eingang zum Litchfield National Park, einer der beiden bekanntesten Parks im NT. Die Parkattraktion ist eine Reihe von idyllischen Flüssen und Wasserfällen, und die meisten davon sind krokodilfrei und damit zum Schwimmen/Abkühlen geeignet. Ich habe bereits einige Wasserfälle besucht, das Schwimmen ist sehr angenehm, und dank des stetigen Regens geht eine Menge Wasser den Bach bzw. die Wasserfälle runter! Die Sonne scheint im Moment kaum und an den meisten Tagen regnet es häufig, so dass es nicht allzu heiss und unangenehm ist. Die Temperatur liegt bei ca. 30 Grad tagsüber und 25 Grad nachts. Wenn die Sonne scheint, steigt die Luftfeuchtigkeit schlagartig auf ein unangenehmes Level an. Und man vergisst nie, dass gerade Regenzeit ist. Alles ist klamm, das Bettzeug, Klamotten, alles! Heute hatte ich zum ersten Mal seit Wochen wieder lange Hosen an, es wurde doch reichlich frisch (25 Grad), weil es den halben Tag geregnet hat und die Sonne überhaupt nicht schien!
Hier in Batchelor wwoofe ich bei Doug und Colleen. Sie haben nicht wirklich irgendwas mit organischer Landwirtschaft zu tun. Sie trocknen tropische Früchte wie Mango und Ananas und verkaufen sie portionsweise auf dem Markt in Darwin. Ausserdem stellen sie selbst Eiskrem her (kann ich jetzt auch, lecker, böse Falle!!!). Nebenbei unterhalten sie den örtlichen Waschsalon, und Colleen arbeitet in der Bücherei. Doug ist mehr so ein Hans-Dampf-in-allen Gassen und sucht nach Wegen, möglichst einfach möglichst viel Geld zu machen. Er hat ganz tolle Vorschläge, wie ich in Deutschland Geld verdienen kann. (Früchte trocknen, Schmuck verkaufen -ein Typ auf dem Markt in Darwin macht über 5000 Dollar pro Tag mit dem Verkauf billigen Schmucks-, Filme auf dem Campingplatz zeigen -Doug hat 500 Dollar pro Abend verdient-, Pizza verkaufen -der Stand auf dem Markt macht mindestens 800 Dollar pro Tag-… besonders erfolgreich, wenn man sich nicht um Gewerbeschein, Steuern oder Copyright kümmert!
Hier bleibe ich noch bis Freitag, dann steht Kakadu National Park auf dem Programm, anschliessend geht es weiter nach Westaustralien!
Mon 6 Mar 2006
Angekommen im Northern Territory!!! Seit meinem letzten Eintrag verlief mein Leben wie folgt:
Habe in der Nähe von Jamestown am Fusse der Flinders Ranges 10 Tage gewwooft bei Ian und Kay. Das war wieder länger als beabsichtigt, aber es war so schön da und es gab so viel zu tun! Die beiden haben eine bio-dynamische Farm und bauen Getreide an und halten mehrere hundert Schafe. Das Haus war ca. 25 km von der “Stadt” entfernt. Die Nachbarn mindestens 2 km entfernt. Um das Haus herum gab es nur Stille, den Wind in den Bäumen und ab und zu mal Schafgeblöke. So schön! Endlich war es auch angemessen heiss, und zwar ständig, und nicht nur für ein oder zwei Tage.
Ich habe unter anderem auf der Farm geholfen Zäune aufzustellen, bin einen Tag Traktor gefahren und habe ein Feld gepfluegt, habe ein Lamm eingefangen… Am Donnerstag war in der Stadt Schafmarkt, ein grosser Markt, auf dem mehr als 25000 Schafe angeboten wurden und Leute von weither kommen, um zu verkaufen bzw. zu kaufen. Kay hat mich mitgenommen, damit ich sehen kann, wie das so funktioniert, und um nicht umsonst dorthin zu fahren, hat sie gleich noch ein paar Lämmer gekauft! 69 Stueck zu je 18 Dollar. Das ist nicht viel, die Lämmer waren sehr dürr und deswegen wollte keiner mehr Geld dafür bieten. Nun werden die Tiere aufgepäppelt und dann später an den Schlachter verkauft. Alles war sehr spannend. Abends haben wir die Schafe mit dem Trailer abgeholt und sie haben zum ersten Mal in ihrem Leben gruenes Gras gesehen… Wäre ich noch länger geblieben, hätte ich beim Schafe scheren zusehen und bestimmt auch mal Hand anlegen können, aber das wollte ich den armen Tieren dann doch nicht antun!
Letzten Montag bin ich schliesslich zu meiner letzten grossen Australien-Etappe aufgebrochen. Zunächst nach Coober Pedy (750 km). Dort habe ich in einem Hostel unter der Erde gewohnt, was sehr angenehm war. Bei 40 Grad über der Erde brauchte ich mittags dringend ein kühles Plätzchen zum Ausruhen. Unter der Erde sind es konstant 20-25 Grad. Natürlich gab es kein Halten und ich musste auf dem öffentlichen Feld nach meinem eigenen Opal suchen. Ich habe sogar ein paar klitzekleine Steine gefunden, einer funkelt recht schön! Danach war ich aber völlig fertig!
Nach zwei Nächten ging es weiter zum Ayers Rock a.k.a Uluru. Habe kurz vorher übernachtet, da es doch zu weit war (Tagesetappe: 800 km). Am nächsten Morgen war das Ayers Rock Resort dann nur noch 100 km entfernt. Wie erwartet war es sehr heiss. An dem Tag waren es 40 Grad im Schatten. Furchtbar. Kaum war die Wasserflasche weggepackt, war ich wieder durstig.
Uluru und die Olgas (Kata Tjuta) zu sehen war wirklich beeindruckend. Da steht einfach so ein roter Felsen mitten in der Sanddünenlandschaft!! Natürlich habe ich den Sonnenuntergang gesehen und den Sonnenaufgang am nächsten Tag (freiwillig um halb sechs aufgestanden). Spontan habe ich beschlossen, eine zweite Nacht zu bleiben, um auch die Olgas sehen zu können. Davon war ich aber ein bisschen enttäuscht, da man fast gar nicht direkt rankommt. Nur zwei Wanderwege am einen Ende der Felsengruppe gibt es, den einen habe ich der Hitze wegen nicht gemacht, und der andere führte in eine Schlucht und war ganz nett, aber man hat den Rest der Felsen von dort nicht sehen können.
Gestern morgen habe ich dann noch den Uluru umwandert. Einige Irre sind ja auf den Felsen hochgeklettert (ab 11 Uhr war der Aufstieg wegen der Hitze gesperrt). Mir hat das Umwandern (ca 10 km) schon gereicht. Morgens um acht waren es schon an die 30 Grad, und je höher die Sonne stieg, desto heisser wurde es. Nach der Hälfte war ich völlig fertig. Natürlich wusste ich nicht, wie weit es noch war, das hat mental noch geschlaucht. Weit und breit kein schattiges Plätzchen. Zum Glück war es nicht mehr sooo weit und am Ende gab es noch eine schöne schattige Ecke, wo man sich hinsetzen und die Landschaft geniessen konnte. Aber die Blicke auf den Felsen waren die ganze Strapaze wert! Trotzdem würde ich nächstes Mal doch früher aufstehen - oder im Winter wiederkommen!
Anschliessend bin ich nach Alice Springs gefahren (450 km), wo ich gestern angekommen bin. Habe gleich in meinem Zimmer eine Deutsche aus Berlin getroffen und wir haben uns über Deutschland ausgetauscht. Für sie war Alice Springs ein ödes Kaff am Ende der Welt, und für mich die kosmopolite Grossstadt mit drei Supermärkten, diversen internationalen Restaurants - was braucht der Mensch mehr?? Dann habe ich noch ein paar Jungs belauscht, natürlich auch aus Deutschland, die sich gegenseitig erzählt haben, wie toll sie illegal gearbeitet haben oder sich haben über den Tisch ziehen lassen etc… Ob die wohl mit einer Organisation unterwegs waren
?
Nun bin ich zwei Tage hier, um mir die Gegend anzuschauen und mich ein bisschen zu erholen. Man merkt bereits, dass der Herbst vor der Tür steht, nachts war es bereits bedeutend erfrischender als am Uluru, und heute weht eine erfrischende Brise bei um die 35 Grad. Wahrscheinlich werden die Einheimischen morgen nach ihren Pullovern suchen!
Thu 16 Feb 2006
Viele Grüsse aus Adelaide! Nun bin ich wieder hier in South Australia gelandet… Ich bin am Sonntag aus Rosebud abgefahren, was ein ganz kleines bisschen traurig war! Die letzten Tage habe ich viel mit Samorn, einer Freundin von der Erdbeerfarm, verbracht. Aufräumen und Packen haben ganz schön geschlaucht. Das Wetter war bescheiden, so dass ich auch nicht mehr wirklich was angeschaut habe oder schnorcheln war. Ein Seepferdchen habe ich dennoch gesehen, wenn auch nur ein totes (siehe Bildergallerie!).
Eine Nacht habe ich noch mal an der Great Ocean Road verbracht. Habe mir noch mal ein paar Sehenswürdigkeiten angeschaut und ein paar Stopps an den schönsten Stellen eingelegt. Montag Abend war ich dann in South Australia angekommen, wo ich zunächst zwei Tage auf dem Land beim Wwoofen verbracht habe. Wieder mal musste ich nicht wirklich hart arbeiten, ein bisschen Holz stapeln und Unkraut jäten, und schon gabs wieder eine Teepause. Die Familie war total nett. Ausserdem bin ich total neidisch auf ihr Haus! Ein echtes altes Steinhaus, was sehr praktisch ist, da im Winter die Kälte und im Sommer die Hitze draussen bleibt. Ein netter Innenhof zum Sitzen, ein Obstgarten, der Papageien anlockt, ein paar Kühe, Schafe, Gänse und Hühner. Vor dem Haus eine alte riesige Kiefer, die jeden Tag von Kakadus besucht wurde. Weit und breit kaum Nachbarn und kein Ort! Selten kam mal ein Auto vorbeigefahren, ansonsten hat man nur die Vögel und die Kühe gehört. So will ich auch leben (würde vielleicht auf die Kühe und Schafe verzichten)!!!
Dass ich dort nicht länger geblieben bin, ist im Nachhinein sehr sehr schade. Ich bin mittags abgefahren, um Mittwoch Abend in den Adelaide Hills zu sein. Dort wollte ich bereits im Juni bei einer Familie wwoofen, die mit Wildlife Rescue involviert ist, was dann aber nicht geklappt hat, und jetzt hatte ich die Chance dazu. Dort bin ich gestern abend angekommen, aber es war alles gaaaanz anders als erwartet. Zunächst waren meine Infos aus dem Buch veraltet. Sie hatten nicht mehr ein kleines Häuschen mit Olivenhain in Hahndorf, sondern waren umgezogen. Sie haben eine Art Hostel in einem abgelegeneren Teil gekauft und sind dabei, alles zu renovieren. Schulklassen können sich dort einmieten und diversen Aktivitäten nachgehen, u.a. einheimische Wildtiere kennenlernen. Für die Wwoofer hatten sie die Jugendherberge nebenan gemietet, es waren gleich zehn Leute da. Was dazu führte, dass wir alle in einem Schlafsaal übernachten mussten. Ganz mein Fall. Die meisten waren auch noch Deutsche, die Mädels natürlich alle frisch vom Abi. Die meiste Arbeit hatte rein gar nichts mit Wildtieren zu tun, sondern mit dem Bekochen der Schulgruppen oder dem Instandsetzen der Anlage. Gearbeitet wurde den ganzen Tag, statt wie eigentlich üblich vier Stunden. Also ganz und gar nicht das, worauf ich aus war! So habe ich gleich beschlossen, meine kostbare wenige Zeit nicht weiter zu verschwenden und einfach am nächsten Tag wieder abzufahren. Ich habe noch den Tag über gearbeitet und das war’s dann. Habe meinen Tag damit verbracht, grosse Plastikkisten in Schlangenhäuser zu verwandeln (Luftlöcher gebohrt, Fenster reingebastelt, etc.). Immerhin durfte ich kurz mal eine Python und ein kleines Reptil halten…
Morgen fahre ich weiter zu einer anderen Wwoof-Familie, noch für ein paar Tage, bevor ich meine Reise nach Darwin beginne!