June 2005
Monthly Archive
Wed 29 Jun 2005
Grüsse aus South Australia!
Mann, war das eine Strecke, die ich innerhalb von knapp einer Woche gefahren bin! Mein Auto hat inzwischen fast 7000 km auf dem Buckel, davon ca. 3500 km, seit ich von Collie aus losgefahren bin. Was habe ich also in den letzten zwei Wochen erlebt…
In Albany bin ich doch etwas länger geblieben als geplant, aufgrund eines technischen Notfalls mit meiner kleinen Festplatte… Gerade wollte ich Kopien der Fotos auf CD brennen und bin zu diesem Zweck in ein Internet Cafe gegangen. Dort durfte man leider selbst nichts anschliessen, deshalb habe ich die Platte dem Typen dort in die Hand gegeben. Am Ende war sie prompt kaputt und behauptete, nicht formatiert zu sein! Also zu einem Computerladen gefahren, um dort möglicherweise die Daten (alle meine Fotos!) retten zu können. Am Ende waren sie auch wieder da, jedoch geschrumpft, so dass sie leider nicht mehr zu gebrauchen sind (es sei denn, jemand von euch weiss, wie man sie wieder grösser machen kann…. die Fotos sind alle noch 2-6 MB gross, wie ursprünglich, jedoch nur noch 160 mal 120 Pixel gross – sachdienliche Hinweise bzw. Beileidsbekundungen an meine Email Adresse…). Alle schönen Fotos von Perth, den Pinnacles, Shark Bay und Coral Bay – futsch! Von diesem Schock muss ich mich erst mal eine Weile erholen…
Zum Glück habe ich nach einer Nacht in einem schäbigen, ungeheizten Backpacker-Hostel eine nettes kleines Gästehaus gefunden, in dem es sehr gemütlich war. Das war auch nötig, denn das Wetter in Albany war das absolut schlechteste, das ich bis jetzt hier erlebt habe. Wintersturm! Wolkenbrüche! An der Küste konnte man die Antarktis praktisch riechen. Habe mich geärgert, dass ich keinen Schal eingepackt habe… Meine zweite Nacht in dem Haus konnte ich sogar abarbeiten, so dass ich das Geld gespart habe und damit den Computertypen bezahlt habe. Bei dem Wetter habe ich mich auch nicht weiter geärgert, dass ich ein paar Stunden tagsüber drinnen verbracht habe.
Dabei hat die Gegend um Albany ein paar wirklich schöne Ecken, siehe Fotogallerie! Am Besten hat mir jedoch der Vogelpark gefallen. Dort hatten sie alle erdenkliche Arten kleiner einheimischen Papageien, die in einer begehbaren Voliere leben. F&uum;r das Eintrittsgeld erhält man ein Stück Obst, Maiskolben und Rosinenbrot, was dazu führt, dass sich die Papageien regelrecht auf einen stürzen, wenn man zur Tür reinkommt. Da ausser mir nur noch zwei andere Leute dawaren, war ich somit voll beschäftigt, solange ich was zu Essen in der Hand hatte…
Von Albany aus bin ich weiter an der Küste entlang nach Esperance gefahren. Der letzte Stopp vor dem langen Nichts nach South Australia. Auch die Gegend schien sehr schön zu sein, die Jugendherberge lag direkt an einer Bucht mit vielen kleinen Felseninseln.
Am 21. Juni bin ich von Esperance aus aufgebrochen, um die lange Strecke nach Albany (über 1700 km) in Angriff zu nehmen. Zunächst fährt man ein Stück nach Norden, an vielen Feldern vorbei und durch einige Bergbauorte. Hinter Norseman fängt es sehr schnell an einsam zu werden. Alle 150 bis 200 km liegt ein „Roadhouse“ an der Strecke, eine Art Raststätte mit Tankstelle und meist auch einfachen Unterkünften. Zuerst gab es noch kleine Bäume an der Strasse, die jedoch bald in kleine Büsche übergingen. Dann kam der „90 Mile Straight“, der Teil des Eyre Highway, der 146,6 km immer geradeaus führt. Nicht die leiseste Andeutung einer Kurve in Sicht! Zum Glück gibt es wenigstens ein paar Hügel. Weitere Abwechslung bieten die vielen Tierkadaver an und auf der Strasse0. Da es kaum Verkehr gibt, umfährt man die meisten Hindernisse einfach im Slalom… Manchmal kann man auch lebendige Känguruhs sehen, allerdings stehen die Prognosen für diese Tiere nicht gut, wie es aussieht! Am Ende dieser Strecke liegt das Roadhouse von Caiguna, wo ich den ersten Stopp eingelegt habe.
Am nächsten Morgen bin mit dem Sonnenaufgang aufgewacht und früh gestartet. Doch die Freude über den frühen Aufbruch war schnell vorbei, denn keinezwei Kilometer hinter dem Roadhouse beginnt die nächste Zeitzone, und ich hatte prompt eine dreiviertel Stunde verloren! Nun lag die Grenze zwischen West- und Südaustralien noch einen halben Tag entfernt. Es ging zwar nicht mehr immer nur geradeaus, aber es war auch nicht wesentlich besser … Bis zum Madura-Pass … während man denkt, man fährt die ganze Zeit auf dem plattesten Stück Land auf Meereslevel entlang, wird man plötzlich eines Besseren belehrt: kurz vor Madura geht die Strasse plötzlich bergab und man blickt auf eine Bergkette links sowie eine Ebene (die Roe Plains) rechts bis zum Meer. Der Highway f&uum;hrt mehr als 150 km weit zwischen diesen beiden Landschaften entlang, bis Eucla, wo es wieder bergauf geht… Wenn man mal genauer drüber nachdenkt, ist dies die Küste, wo Antarktika abgebrochen ist, spannend!
Bei Eucla wurde es plötzlich sehr sonnig. Ob das an der Nähe Südaustraliens liegt? Die Grenze ist nur 12 km entfernt. Bei Eucla gab es herrliche Sanddünen am Meer, leider reichte die Zeit nicht aus, eine ausgiebige Wanderung zu machen. Immerhin lagen noch 200 km vor mir.
Die Grenze ist tatsächlich eine Grenze, da alle Personen und Autos, die nach Westaustralien wollen, hier kontrolliert werden – Obst, Gemüse und andere landwirtschaftliche Sachen dürfen nicht mitgebracht werden, um das Einschleppen diverser Schädlinge zu verhindern. In der entgegengesetzten Richtung erfolgt die Kontrolle erst 400 km später in Ceduna. Hinter der Grenze beginnen mit dem Nullarbor National Park die eigentlichen „Nullarbor Plains“, eine Ebene (so gut wie) ohne Bäume und ohne Erhebungen. Im Wesentlichen gibt es zwei Arten von kleinen Sträuchern, die beide nur knöchelhoch wachsen. Die Strasse führt recht nah am Meer entlang und bietet zahlreiche idyllische Ausblicke auf eine atemberaubende Steilküste. Zwischen Juni und Oktober tummeln sich hier Wale im „warmen“ Meereswasser (im Vergleich zur Antarktis) und ziehen ihre Jungen auf, bevor sie im Sommer wieder nach Süden schwimmen. So konnte auch ich – nach einem Zwischenstopp im Nullarbor Motel – ein paar Wale ganz nah an der Küste beobachten, an der extra dafür gebauten Beobachtungsstation am „Head of Bight“. Coole Sache! Warum wird eigentlich nie „Swim with the whales“ angeboten??
An diesem Tag bin ich dann noch mehrere 100 km weiter Richtung Osten gefahren, über Ceduna hinaus, und habe irgendwo an einem Hotel angehalten. Bereits 100 km hinter der Nullarbor begann wieder die „Zivilisation“ mit Feldern statt Busch links und rechts der Strasse. Nicht, dass dort viele Leute leben, aber das gesamte Land dort bis hin nach Adelaide scheint eine riesige Kornkammer zu sein! Felder, die so gross sind, dass bestimmt die halbe DDR reingepasst hätte!
Die eigentliche Zivilisation begann damit, dass plötzlich viel mehr Autos auf der Strasse unterwegs waren. Furchtbar! Mir kamen sechs Autos auf einmal entgegen, das habe ich in 8 Wochen Westaustralien ausserhalb von Perth nicht erlebt! Richtung Port Augusta folgte dann auch wieder ein Ort dem nächsten, vor der atemberaubenden Kulisse einiger Bergketten, darunter den Flinders Ranges.
Bis Adelaide habe ich dann noch anderthalb Tage gebraucht. Dann war ich aber auch völlig fertig und habe mit Wonne mal wieder bis um 10 Uhr ausgeschlafen!!
Adelaide finde ich ja völlig unspektakulär. Ein paar Hügel, das Meer, und dazwischen ein paar Hochhäuser. Adelaide mag zwar eine relativ lange Geschichte haben und man kann auch zahlreiche alte Häuser bewundern, doch hier wie überall hat man dann ziemlich hässliche moderne Bauten dazwischengesetzt, so dass das Gesamtbild nicht mehr besonders beeindruckend wirkt. Ausserdem sind hier so viele Menschen! Ich will wieder aufs Land! – Mache ich auch, Samstag beginne ich meinen ersten richtigen Job, 3 Stunden östlich von hier, Kartoffeln sortieren oder so. Wenigstens darf es regnen, denn ich werde unter einem Dach arbeiten! Um die Handschuhe und den Schal werde ich wohl trotzdem nicht herumkommen. Es war eine schwere Entscheidung, schliesslich gibt es hier so viel zu sehen und bis nach Queensland ist es noch ein ganz schönes Stück! Auf jeden Fall will ich auch noch einmal die Flinders Ranges erkunden, per Wwoof, ich habe mich bereits bei einer Familie angekündigt und hoffe, dass es noch in meinen Zeitplan passt. Ich bin gespannt und werde euch auf dem Laufenden halten! Schaut auf jeden Fall in die Galerie und nehmt euch Zeit!
Fri 17 Jun 2005
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Da bin ich mal wieder! Habe die Farm in Collie hinter mir gelassen und bewege mich langsam, aber stetig Richtung Osten. In zwei Tagen werde ich Westaustralien wohl hinter mir gelassen haben und mich in South Australia befinden.
Brian und Wendy waren so nett, es hat mir richtig leid getan, dort wegzufahren! Und es gab dieses nette Feuer im Wohnzimmer, schön kuschelig bei diesem Winterwetter… Es ist generell um die 10-14 Grad tagsüber, nachts wird es entsprechend kälter, und nicht alle Hostels haben eine Heizung. Ausserdem regnet es viel, aber nicht ein bisschen wie in Deutschland meist, sondern so richtig aus Eimern und Kannen!
Habe in den letzten Tagen eine Quick Tour durch den Südwesten gemacht:
Dienstag von Collie nach Dunsborough gefahren, aus den Bergen an die Küste. Das Cape Naturaliste ist sehr malerisch, ein Leuchtturm und nette Wanderwege drumherum, leider hatte ich nicht allzu viel Zeit dafür, bevor die Sonne untergegangen ist.
Mittwoch: Es regnet, jippie! Bin die Küstenstrasse entlang nach Margaret River gefahren (es hat wieder aufgehört zu regnen) und nach einem kurzen Pitstop weiter zum Cape Leeuwin (dort ist noch ein Leuchtturm…). Dort war es nicht so aufregend, deswegen bin ich gleich noch weiter nachPemberton. Das Hostel dort hatte keine Heizung, aber zum Glück sehr warme Decken, nur die Nase hat bei 10 Grad im Zimmer gefroren…
Donnerstag: Habe in Pemberton eine Tour durch das Sägewerk gemacht. Sehr spannend! Riesige Bäume teilweise, die zu Brettern reduziert werden. Anschliessend ein paar Nationalparks besucht. Überall in der Gegend gibt es die Karri-Wälder mit atemberaubenden Ansichten. Karri ist einer der grössten Eukalyptus-Arten und kann bis zu 90 Meter hoch werden. Einige dieser Bäume wurden früher von Rangern als Feuerwachten genutzt, indem in den Wipfeln kleine Plattformen errichtet wurden. Heute kann man einige selbst erklimmen, eine äusserst spannende Angelegenheit, denn man muss dazu auf in den Baum geschlagene Stahlstreben treten, und es gibt natürlich keine Sicherheiten… Ich habe es mal versucht, aber 10 Meter waren mir hoch genug, 60 schienen doch eher furchteinflössend!
In der Ecke zwischen Pemberton und Albany reiht sich ein Nationalpark an den nächsten. Bin bis Walpole gefahren, ein kleiner Ferienort an einer malerischen Bucht…
Morgens habe ich weitere Bäume angeschaut, u.a. den berühmten Tree Top Walk. Zwischen den Baumkronen sind Br¨cken errichtet worden, so dass man dazwischen langgehen kann. Und man muss keine Stahlstreben erklimmen, sondern kann ganz bequem eine Rampe hochlaufen! Fotos folgen.
Am Nachmittag hat es wieder angefangen zu regnen. Bin jetzt in Albany und auf dem Weg nach Esperance, dem letzten Ort in Westaustralien. Hier in Albany könnte man eine Waltour machen, leider ist das Wetter nicht danach. Wir würden es als Herbststurm bezeichnen… Vielleicht sollte ich mir doch endlich Handschuhe kaufen… Habe aber bereits gestern Wale gesehen, wenn auch nur ganz ganz aus der Ferne…
Sun 12 Jun 2005
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Hallo aus Collie (zweiter Versuch, meine Erlebnisse zu posten…)
Nachdem es die ersten Tage ununterbrochen geregnet hat und sogar mal gehagelt, kann man jetzt tatsächlich mal einen Fuss vor die Tür setzen. Ab und zu scheint die Sonne, obwohl der Wind ziemlich kalt ist (direkt aus der Antarktis). Jetzt weiss ich, wozu die Leute hier tatsächlich Schals brauchen! Ich wünschte, ich hätte auch einen!!
Dank des schlechten Wetters musste ich noch nicht wirklich hart arbeiten und war meist drinnen. Abwasch machen, Computersachen erledigen… Freitag durfte ich Wendys Bruder begleiten, der für die Naturschutzbehörde arbeitet. Sie stellen Fallen auf, um nachtaktive Tiere zu fangen und sie dann zu vermessen und zu markieren. Die Tiere fanden wohl das Wetter auch zu schlecht, um ihre Verstecke zu verlassen, aber immerhin habe ich drei einheimische Tierarten kennengelernt (und fotografiert, siehe Galerie): den Woylie, eine Art Mini-Känguruh, eine Chuditch (kleines Raubtier) und ein “Brushtail”-Opossum. Zwischendurch hopsten ein paar Känguruhs den Weg entlang, ich war zu fasziniert, um davon Fotos zu machen…
Känguruhs habe ich auch bei Brian und Wendy gesehen, tot im Gefrierschrank. Samstag morgen bin ich vor Sonnenaufgang aufgestanden, um beim Verladen der Tiere zu helfen (für Neugierige, auch davon gibt es zwei Fotos in meinem neuesten Album). Am Ende landen die Tiere als Steak oder Wurst in Europa. Ich kann euch versichern, sie hatten ein glückliches Landleben!
Brian und Wendy - ich habe es möglicherweise schon erwähnt - sind total nett, und da ich noch keinen Plan für die Weiterreise habe bzw. es hier im Haus so kuschlig warm ist, bleibe ich zwei Tage länger als geplant und werde erst Dienstag weiterfahren. Ich sag euch dann, wohin es ging!
Thu 9 Jun 2005
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Jetzt habe ich die Stadt endlich hinter mir gelassen und erlebe das wahre Landleben! Brian und Wendy wohnen am Rande von Collie, einer kleinen Stadt zwei Stunden südlich von Perth. Das echte Landleben im Winter in Australien ist feucht und kalt! Es regnet seit drei Tagen, meist ziemlich heftig. Wenigstens brauchen sich die Farmer hier keine Sorgen über Wasser machen…
Eigentlich wollte ich Oliven pflücken, da Brian und Wendy einen kleinen organischen Olivenhain besitzen, direkt hinter dem Haus. Leider musste ich lernen, dass Olivenbäume nur alle zwei Jahre eine gute Ernte abwerfen. Möglicherweise kann ich ein paar ernten, da Brian heute festgestellt hat, dass einige Bäume wider Erwarten ziemlich viele Früchte tragen. Und riesig! Ich habe sie erst für grosse Weintrauben gehalten.
Die Stadt ist vom Kohlenabbau dominiert. Brian schiesst ausserdem Känguruhs, da es anscheinend zu viele davon gibt. Einige tote Tiere hängen im Schuppen und werden am Wochenende abgeholt. Das Fleisch wird u.a. nach Deutschland und Russland exportiert!
Mal schauen, ob das Wetter irgendwann besser wird und ich auch noch mal rauskomme! Ich lasse es euch dann wissen…
Mon 6 Jun 2005
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Die Walhaie haben mich schnöde im Stich gelassen!
Auch auf den anderen Touren wurde kein einziges von diesen Tieren gesichtet. Mittwoch habe ich noch eine Wanderung durchs Hinterland gemacht, da das Wetter dank des Windes zum Schnorcheln eher suboptimal war. Was sich nachmittags auch bestätigt hat, als ich probeweise noch mal schnorcheln war, mich aber immer erschrocken habe, weil ich die Fische dank der schlechten Sicht erst kurz vor dem “Zusammenstoss” erkannt habe. Morgens bin ich jedoch erstmal ein wenig gelaufen, dazu gibt es ja viele praktische Sandpisten, die für Allradfahrzeuge geeignet sind. Vom Boot aus sah die nächste grosse Bucht gar nicht so weit weg aus, aber zu Fuss erwies sich die Entfernung dann doch eher als Tagesausflug. So habe ich “nur” die höchste Erhebung der Gegend erklommen, eine schätzungsweise 50 Meter hohe Sanddüne (ich bin schlecht im schätzen, sie kam mir viel höher vor!). Die Ausmasse dieser Düne waren riesig, bestimmt einen Kilometer breit und lang. Von oben hatte ich einen herrlichen Ausblick auf die umliegenden einsamen Strände und Dünen. Der Typ, der ohne Badehose ins Wasser gegangen ist, fühlte sich bestimmt auch total unbeobachtet!
Donnerstag war ich dann noch einmal fuer den Walhai-Ausflug angemeldet. Leider fiel die Tour dann spontan aus, da das Wetter zu schlecht war. Wie an den vorigen Tagen auch war es sehr windig, doch jetzt standen auch noch böse dunkle Wolken am Horizont und drohten ein Gewitter an. So habe ich kurzerhand meine Sachen ins Auto geschmissen und bin wieder Richtung Perth gefahren, zunaechst ca. 700 km am Donnerstag bis nach Northampton (wieder im Kloster uebernachtet), und am Freitag die restlichen 500 km. Abends um 19 Uhr war ich dann in Perth.
700 km durch einsamstes Westaustralien ist schon ein Erlebnis! Hinter Northampton endete die bewirtschaftete Farmgegend recht bald, und es tauchten nur noch sehr vereinzelt Ortschaften oder auch nur Farmen auf. Ansonsten hunderte von Kilometern nur Buschland, so weit das Auge reicht! Immerhin gab es etwas Abwechslung: mal waren die Büsche klein, bis zum Knöchel reichend, dann wurden sie mal etwas grösser (Kniehöhe), und besonders in der Gegend von Wasserläufen gab es auch mal 2m hohe Sträucher oder Bäume. Manchmal war das Land flach, und manchmal gab es spannende Bergketten am Horizont. Da es in der letzten Zeit viel geregnet hatte, standen grosse Teile des Outbacks unter Wasser, was ziemlich spannend aussah, obwohl ich mich leider nicht getraut habe, mal in so eine Seiten”strasse” (rote Sandpisten, die meisten waren nach den Regenfällen gesperrt) abzubiegen und zu schauen, was einem so ueber den Weg läuft.
So mussten die Blicke vom Strassenrand genügen. Weitere Abwechslung boten ansonsten nur tote Kängurus am Strassenrand sowie diverse Warnschilder, die weiter im Norden meist alle 500 Meter auftauchten: “Grid”, wenn ein Gitter in die Strasse eingelassen war, oder “Floodway” für tiefergelegene Strassenabschnitte, die nach heftigen Regenfaellen möglicherweise überflutet werden. Die höchste Wasserstandsanzeige, die ich gesehen habe, war 4 Meter hoch!!! Mir ist zum Glück aber keine überflutete Strasse unter die Reifen gekommen!
Am Freitag wurde ich leider unterwegs aufgehalten, da an meinem Auto die “Powertrain”-Warnleuchte aufleuchtete (hat was mit Schaltung und Elektronik zu tun, wie ich gelernt habe, und scheint auch nicht so dramatisch zu sein wie z.B. bei der Ölanzeige…). So habe ich das Auto erst mal in der einzigen grösseren Stadt auf dem Weg zu einer Werkstatt gebracht, die das Problem angeblich behoben haben (ein Sauerstoff-Sensor war schuld). Leider leuchtete die selbe Lampe dann nach 200 km wieder auf, so dass ich hier in Perth auch noch mal den Autohändler aufsuchen werde.
Heute (Montag) ist jedoch erst mal Feiertag, der Gründungstag wird mit einem langen Wochenende begangen. Wie in Deutschland auch üblich, regnete es hier heute fast den ganzen Tag in Strömen! Ich habe mich am Wochenende erstmal mit ein paar Regensachen eingedeckt, da ich wohl noch die naechsten drei bis vier Wochen im winterlichen Süden verbringen werde. Hoffentlich wird es nicht auch noch sehr kalt, sehr nass reicht schon bei meiner bescheidenen Garderobe!!
Wenn alles wie geplant mit dem Auto läuft, werde ich Mittwoch aufbrechen und Richtung Süden fahren. Dort werde ich erstmal ein paar Tage in Collie auf einer Farm verbringen und mir dann die Küste dort anschauen. Dann mal weitersehen, was sich so ergibt… Für Feldarbeit ist das Wetter ja eher abschreckend…
Sat 4 Jun 2005
Posted by uf under
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In meiner Gallerie gibt es zwei neue Alben mit Fotos! Tut mir leid, dass so viele Fotos von Sonnenuntergängen dabei sind, aber sie sind einfach zu schön! News von mir folgen in den nächsten Tagen! Grüsse von Ulrike!
Wed 1 Jun 2005
Posted by uf under
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Heute vor 176 Jahren wurde Westaustralien besiedelt und damit gegründet. Wow! Eine wahnsinnig kurze Geschichte, verglichen mit den 50.000 Jahren, die die Aboriginies schon hier gelebt haben…
Am 1. Juni 1829 haben die ersten Siedler die Küste vor Perth im Auge gehabt, weshalb die Gründung des Staates am heutigen Tage gefeiert wird. Leider sind die zwei Schiffe dann erstmal auf eine Sandbank aufgelaufen und die Leute mussten die nächsten Wochen auf einer kleinen Insel vor der Küste verbringen, bevor sie sich in und um Fremantle (erster Hafen Westaustraliens) am Swan River niedergelassen haben, was später zur Gründung Perth’ geführt hat, auf halbem Weg zu den fruchtbaren Äckern des Hinterlandes.
Wusstet ihr übrigens schon, dass Perth die am einsamsten gelegene Stadt der Welt sein soll (da weit und breit keine weitere Grossstadt in Sicht). In ganz Westaustralien wohnen gerade mal 1,9 Millionen Menschen, wovon 1,3 Millionen in und um Perth herum leben.
Werde morgen noch mal schauen, ob die Walhaie wieder aufgetaucht sind! Drückt mir die Daumen!