October 2005


Atherton-Tablelands und Daintree Rain Forest - pah! Was ist das schon gegen eine Fahrradtour durch das herbstliche Brandenburg? Es ist der 30. Oktober, wir haben seit Tagen strahlenden Sonnenschein und die Höchtemperatur heute betrug 18 Grad Celsius. Grund genug, die wahrscheinlich letzte Fahrradtour dieses Jahres zu machen. Fotos hier !

Und was macht man, wenn die Fotos selber nicht hochgeladen bekommt? Genau… man schickt sie per EMail seinem Freund, der das dann erledigen muss. ;-)

Voll die Unverschämtheit die Fotos übrigens, hier fängt gerade der Herbst an und man muss sich sowas anschauen…

Ich bin jetzt bereits 8 Wochen hier in Rose Gums wwoofen. Rose Gums ist eine Öko-Herberge, Jon und Peta vermieten hier luxuriöse Häuser an Touristen. Ihr Grundstück besteht aus fast 300 Hektar Regenwald und grenzt direkt an einen Nationalpark. So lebe ich hier mitten im Regenwald. Vom Wohnhaus aus blickt man direkt über den Wald hinweg bis zu den zwei höchsten Bergen Queenslands, Mt. Bartle Frere und Bellenden Ker.

Ich habe mein eigenes grosses Zimmer mit Kühlschrank und Fernseher, im ausgebauten Schuppen hinter dem Haupthaus. So muss ich nicht mit der Familie in einem Haus wohnen. Jon und Peta haben nämlich nicht nur zwei Firmen, mit denen sie rund um die Uhr beschäftigt sind, sondern auch noch drei Kinder. Sie sind alle Frühaufsteher!

Als Wwoofer helfe ich mit, die Gästehäuser sauber zu machen. Anderer Leute Mist aufzuräumen, ist nicht gerade mein Ding. Wahrscheinlich wäre ich hier nicht so lange geblieben, hätte es sich nicht zufällig ergeben, dass sie für fast vier Wochen in Urlaub gefahren sind. So habe ich auf das Haus aufgepasst (ohne zu arbeiten) und meine Mutter konnte während ihres Urlaubs hier umsonst wohnen. Gutes Timing!

Mit meiner Mutter habe ich zwei Wochen lang die Gegend erkundet. Unter anderem waren wir im Undara National Park. Dort haben frühere vulkanische Aktivitäten Lava-Tunnel unter der Erde geformt. An den Stellen, wo diese Tunnel eingebrochen sind, hat sich Regenwald-Vegetation entwickelt, während drumherum die typische karge Trocken-Vegetation besteht mit braunem Gras und kleinen Eukalyptus-Bäumen. Ausserdem haben wir den Daintree Rainforest erkundet und haben einen Ausflug zum Great Barrier Reef gemacht. Am letzten Wochenende ist meine Mutter wieder heimgeflogen.

Auch bei mir ist jetzt Schluss mit Faulenzen! Es muss mal wieder Geld her! Leider sieht es hier mit Jobs hier oben nicht so gut aus, wie ich gedacht habe. Die meisten Jobs werden Teilzeit angeboten. Fürs draussen arbeiten ist es etwas sehr heiss hier, das halte ich (in meinem Alter) nicht aus den ganzen Tag! In den letzten Tagen hat sich auch schon die kommende Regenzeit angekündigt. Es hat nachmittags geregnet, was aber nicht dazu geführt hat, dass es abkühlt. Wenn anschliessend wieder die Sonne hervorkommt, fühlt es sich ein bisschen an wie in der Sauna. Tagsüber ist es meist um die 30 Grad, und nachts kühlt es auf ca. 20 Grad ab.

Hatte ich schon erwähnt, dass die Insekten dieses Klima ganz hervorragend finden (neben den Fröschen)??
Kurzum, ich habe mich anderweitig umgeschaut (als Work&Traveler muss man ja bekanntlich flexibel sein) und beschlossen, weiterzuziehen. Da ich die jobreichen Gegenden in Queensland nicht so nett finde, werde ich ganz radikal 3000 km nach Victoria fahren! Dort beginnt demnächst die Kirsch-, Erdbeer- und Blaubeerernte. Eine konkrete Jobzusage habe ich noch nicht, da alle erst dann anfangen, wenn die Früchte wirklich reif sind. Ich bin jedoch zuversichtlich. Eine Erdbeerfarm würde mich wohl ab Anfang November nehmen, dort sieht es aber mit bezahlbaren Unterkünften schlecht aus und die Farm stellt selbst keine zur Verfügung. Ich werde mich also mal umschauen und dann spontan sehen, wo ich genau landen werde. Es bleibt spannend!

Leider habe ich es aufgrund technischer Probleme nicht geschafft, alle Fotos von hier auf meine Webseite zu laden, aber einige gibts schon zu sehen, schaut doch mal wieder vorbei!

Grüsse aus dem tropischen Norden! Ich wollte mich mal endlich wieder melden und berichten, was ich so seit September gemacht habe.

Ich befinde mich jetzt in den Atherton Tablelands, das ist ca. 70 km von Cairns entfernt. Die Tablelands sind auf ca. 700 m Höhe über dem Meeresspiegel. Anders als der Name vermuten lässt, sind sie jedoch nicht flach, sondern im Gegenteil sehr hügelig! Das Land hier ist vulkanischen Ursprungs und die Böden sind sehr fruchtbar. So werden hier zahlreiche Obst- und Gemüsesorten angebaut.

Ansonsten gibt es hier noch einigen Regenwald, das meiste davon in Nationalparks. Es gibt zahlreiche Flüsse und Seen, und da sie krokodilfrei sind, kann man sich super im Wasser abkühlen!!
Von Cairns aus bin ich zunaechst gen Atherton gefahren und bei Margit gewooft. Margit ist eine deutsche Auswandererin, die verwaiste Kängurus und Opossums aufzieht. Ich durfte auch mal so ein niedliches Tierchen füttern. Süeeeessss!!!

Bei Margit war es super! Sie hat rund ums Haus ihren eigenen Regenwald. Ich hatte ein Zimmer mit zwei Fensterfronten und konnte gar nicht in Ruhe schlafen! Nachts turnten die Possums auf dem Balkon herum. Ab und zu gaben mysteriöse Tiere im fernen Tal interessante Laute von sich. Durch die Bäume schimmerten die Sterne. In der Morgendämmerung dann begannen die Vögel ein Konzert, hunderte von ihnen! Die “Whipbirds” machen ein sehr eigentümliches Geräusch (gleicht dem Schlagen einer Peitsche, daher der Name) in allen Tonlagen. Eine Kostprobe gibt es hier (www.goana.com.au/Gossips/Gossip39/images/Whipbird.mp3). Dieses Geräusch machen jedoch nur die männlichen Vögel, und wenn sie ein Weibchen gefunden haben, dann antwortet das Weibchen seinem Männchen mit einem anderen sehr speziellen Geräusch (es ist diese Zeit des Jahres). Anyway, es hörte sich an, als sässe in jedem Baum ein Vogel und alle fingen um 5.30 Uhr an zu rufen. Andere Vögel hat man darüber fast nicht mehr gehört.

Tagsüber gab es bei Margit die Känguruhs zu beobachten. Von ein bisschen Garten- bzw. Hausarbeit ganz abgesehen. Abends dann hopsten einige Male Wallabies oder Pademelons (kleinere Känguruarten) in Margits Küche, um sich einen Snack abzuholen. Um 22 Uhr wurden die Jöys zum letzten Mal gefüttert. Kurzum: Zum Schlafen blieb eigentlich so gut wie keine Zeit und ich war total übermüdet.

Leider hatte ich bereits einer weiteren Wwoof-Familie zugesagt, im Anschluss zu ihnen zu kommen, sonst wäre ich bestimmt noch länger geblieben… habe sie bereits ein paar Mal besucht, und Rocky, das kleine graue Riesen-Känguru hopst manchmal sogar schon im Garten herum!!!

Mehr dann in den kommenden Tagen!