…und ich bald wieder da!

Mit Wendy und Brian habe ich fast zwei Wochen am Meer verbracht, in Augusta, wo Wendy und Brian einen Wohnwagen/Bungalow auf einem Campingplatz besitzen. Der Campingplatz liegt unweit vom Meer direkt an einem Fluss, und es gibt Pelikane, Delphine und Rochen, die täglich am Fluss “rumhängen”. Endlich habe ich meine Pelikan-Bilder-Quote erhöhen können! Pelikane und Rochen warten hauptsächlich darauf, dass Leute vom Fischen wiederkommen und ihren Fang am Wasser filletieren. Die Reste oder die kleinen Fische werden meist an die Pelikane weitergegeben, und die Rochen schwimmen den Leuten zwischen den Füssen lang, um auch was abzubekommen. Es gab auch eine neugegründete örtliche Pelikanrettungseinheit. Es war sehr unterhaltsam, ihnen dabei zuzuschauen, wie sie versuchen, einen Pelikan zu fangen. Zwischendurch erstmal ein Schlückchen Wein trinken… Bei dem Versuch ist es dann auch geblieben.

Das Wetter war, wie ich nicht anders erwartet habe, relativ schlecht. Der meist graue Himmel hat mich sehr an Deutschland erinnert, auch wenn die Temperaturen vergleichsweise angenehm waren, tagsüber über 20 Grad. Ostern im Herbst zu feiern war auch gewöhnungsbedürftig. Karfreitag und Samstag war praller Sonnenschein, jedoch ziemlich windig. Schlecht für jegliche Wasseraktivitäten. Brian war einen Tag tauchen und fischen und hat ein paar Schalentiere gefangen. Wendy und ich durften dann auch noch einen Nachmittag mit, um Fisch zu angeln. Ich habe meinen ersten Meeresfisch namens Whiting geangelt! Den gabs dann abends fritiert, Fish und Chips aus Eigenproduktion. Lecker! Montag wurde das Wetter so schlecht, dass wir relativ früh zurück nach Collie gefahren sind.

In den ganzen zwei Wochen hatte ich nur einen einzigen Anruf wegen meines Autos, das zum Verkauf ausgeschrieben war. Meine lieben Ex-Kolleginnen, erinnert ihr euch noch dran, wie viele Anrufe man für einen Sale ungefähr benötigt? Ich fühle mich also sehr sehr glücklich, dass dieser eine Anruf für mich genug war, um das Auto zu verkaufen! Seit gestern (Mittwoch) gehört es mir nicht mehr. Die Leute aus Collie haben sich das Auto am Dienstag angeschaut, eine Probefahrt gemacht und es sofort gekauft! Zwei Stunden später hatte ich das Geld in der Hand. Zwar hatte ich gehofft, etwas mehr zu bekommen, aber da ich nicht sehr viel Zeit zum verkaufen hatte, habe ich mich das Auto praktisch schon an einen Autohändler verschenken sehen. So habe ich immerhin die Hälfte des Kaufpreises “zurück”bekommen. Und ein T-Shirt haben sie mir auch noch geschenkt, als Andenken an Collie. Eine grosse Sorge ist von mir gegangen, obwohl ich schon sehr traurig war, mich von meinem schnuckeligen roten Auto trennen zu müssen. Ich habe es extra noch auf Hochglanz poliert, es sah aus wie neu (wenn man nicht so nah dran war zu sehen, dass der Lack an zahlreichen Stellen zerkratzt bzw. durch herumfliegende Steine abgeplatzt war). Schnüff! Wenigstens ist es in guten Händen.
Auf dem Rückweg von Augusta nach Collie habe ich gerade noch die 40.000 Kilometer-Marke durchbrochen. Ich bin in 11 Monaten 40.000 Kilometer quer durch Australien gefahren! Es hat mich geschätzte 3000 Euro an Benzin gekostet. Dabei ist der Sprit hier noch vergleichsweise billig! In den Städten kostet der Liter Benzin ca. 70 – 78 Euro-Cent, im Outback habe ich teilweise auch 1 Euro pro Liter bezahlt. Nur am Uluru war das Benzin nicht teurer als in Adelaide oder Melbourne…

Am nächsten Mittwoch fliege ich von Perth aus nach Sydney und verbringe dort noch drei Tage, bevor es über Kuala Lumpur zurück nach Deutschland geht. Kaum zu glauben, dass ich bereits in zwei Wochen wieder zu Hause in Berlin bin! Das Jahr war einerseits ziemlich lang, ich habe so viel erlebt, dass ich kaum glauben kann, dass es nur einige Monate her ist. Andererseits kommt es mir auch sehr kurz vor, es gab immer was zu tun oder zu sehen. Nur das Wetter war meist ziemlich bescheiden. Wehe, mir erzählt noch mal einer, dass Australien nur heiss und sonnig ist! Ich hoffe nur, dass in Deutschland mal endlich Frühling ist, wenn ich wieder da bin. Ich zähle dann fest auf euren Support, wenn ich unter einem gewaltigen Kulturschock leide. Ich glaube, ich muss mir noch eine CD mit australischen Geräuschen kaufen, um damit in meinem Zimmer meditieren zu können! Ich lade euch dann ein.