Eine letzte Meldung aus dem Ausland… am 29.4. habe ich Australien endgültig hinter mir gelassen… Der Abschied von Westaustralien fiel ziemlich schwer. Der Schmerz wurde dadurch etwas gemildert, dass es beim Flug nach Sydney gute Aussichten auf Australien gab - auch wenn es leider stellenweise sehr wolkig war. So habe ich ein Teil der Nullarbor von oben gesehen, aber dann kam eine dichte Wolkenfront bis Südaustralien. Dafür habe ich, wie gehofft, die Flinders Ranges gesehen. Ich konnte Port Augusta identifizieren und den Pier, auf dem ich mit meiner Wwoof-Familie angeln war. Ich bilde mir ein, dass ich auch die Schaffarm gesehen habe. Habe Beweisfotos geschossen und werde sie Kay und Ian schicken, damit die mir sagen, ob ich mir alles nur einbilde. Die Strasse und das Flussbett und die Anordnung der Felder sah jedenfalls so aus wie auf dem Boden!

Über New South Wales wurde es dann dunkel, und ich konnte ein paar Buschbrände sehen. Von Sydney gab es schliesslich noch die Skyline beim Landeanflug, Opernhaus, Harbour Bridge etc. In zweieinhalb Tagen habe ich dann Sydney kurz erkundet - Harbour Bridge erlaufen, Opernhaus fotografiert, mich von der Fähre durch den Hafen schippern lassen. Einen Tag habe ich in den Blue Mountains verbracht, um noch ein letztes Mal frische australische Luft zu schnuppern. Ein Teil meiner wertvollen Zeit ging damit drauf, mein Bankkonto aufzulösen und mein Flugticket umschreiben zu lassen - der ursprünglich gebuchte Rückflug von Kuala Lumpur nach Frankfurt war gestrichen worden. So habe ich jetzt einen Tag mehr Zeit, Kuala Lumpur zu erkunden und mich wieder voll ans Stadtleben zu gewöhnen. In Sydney konnte ich bereits feststellen, dass ich problemlos in den Stadtmodus zurückschalten kann. Ziemlich anstrengend war es aber, ständig aufmerksam zu sein!

Hier in Kuala Lumpur herrschen verschärfte Bedingungen, wo einem ständig Leute was verkaufen wollen … Mein Hotel liegt direkt in Chinatown an der Strasse, wo der Nachtmarkt stattfindet. Ich kann also nicht aus dem Hotel gehen, ohne haufenweise T-Shirts, Rolex-Uhren für einen Euro oder ähnlich günstige “Marken”-Handtaschen angeboten zu bekommen. Kaum bin ich aus der Einkaufsstrasse raus, preisen sich in einer ähnlich aufdringlichen Art die Taxifahrer an. Die Haare offen tragen darf ich auch nicht, sonst kriege ich gleich noch Heiratsangebote. Die Männer hier scheinen Haarfetischisten zu sein - tragen die Frauen deswegen vorwiegend Kopftuch oder haben die Männer deswegen einen Haarfimmel??

Das nächste Mal, wenn ich in ein sehr kulturfremdes Land reise, möchte ich mir einen persönlichen Guide engagieren. Der darf dann aufpassen, dass man als Tourist beim Einkaufen oder Taxifahren nicht übers Ohr gehauen wird, kann mir erklären, was all die komischen Sachen auf der Speisekarte sind, und wie man sich korrekt verhält. Wenn man irgendetwas an Service erwartet, muss man jedenfalls sehr aufdringlich sein, wie ich bereits gelernt habe.

Shoppen ist hier sehr aufregend aufgrund der vielen Sachen, die man in Deutschland nicht findet. Leider habe ich kein Platz mehr im Gepäck!! Naja, Klamotten kann ich mir hier eh kaum kaufen, da die meisten Sachen nicht in meiner Grösse hergestellt werden! Morgen Abend steige ich in den Flieger nach Deutschland und am 3.5. bin ich wieder da!!