Stellt euch vor, am Dienstag sind meine 3 Monate arbeiten vorbei. Jubel! Fanfaren! Kann es kaum erwarten… Gestern war mir schon etwas wehmütig, so am Wasser zu wohnen ist schon schön. Aber die Arbeit werde ich sicher nicht vermissen! Australier sind ja wirklich sehr liebe Menschen im Allgemeinen, habe gleich ein paar Einladungen bekommen, falls ich mal wieder in diese Gegend kommen sollte. Meine Vermieter hier haben mir auch angeboten, noch ein paar Tage bei ihnen in Melbourne zu verbringen. Mal schauen, habe mich noch nicht entschieden (dabei ist nur noch eine Woche Zeit…).
Bis nächstes Wochenende werde ich noch hierbleiben. Habe noch ein paar Dinge, die ich mir hier anschauen möchte. Muss unbedingt noch ein paar Seepferdchen unter Wasser finden! Hauptsache, das Wetter spielt mit. Im Moment ist es nämlich vergleichsweise KALT hier! Nach den paar Tagen Hitze gab es in der letzten Woche erstmal drei Tage lang Regen. Die Temperaturen steigen nicht über 25 Grad. Heute laufe ich mit Pulli durch die Gegend, da ein kühler Wind weht. Falls euch mal wieder jemand erzählen möchte, dass Australien ein sehr heisses, trockenes Land ist - glaubt kein Wort!!!
Jedenfalls sehen meine weiteren Pläne wie folgt aus: Das nächste grosse Ziel ist Uluru (Ayers Rock). Auf dem Weg dorthin plane ich noch ein bisschen wwoofen, muss aber erst noch mal ein paar Leute anrufen. Dann möchte ich gern doch noch die Runde beenden und über Darwin und Broome nach Perth fahren. Mal schauen, wie das so klappt, da die Regensaison im Norden noch bis Ende März andauert, hoffe die Strasse ist nicht so doll überflutet. Aber das werde ich dann spontan sehen und entscheiden, bringt ja nichts, sich schon vier Wochen vorher den Kopf zu zerbrechen!
Am 2. Mai werde ich dann, wenn alles entsprechend klappt, wieder in Deutschland sein. Aber daran will ich jetzt noch gar nicht denken! haltet euch mal den 27. Mai frei, vielleicht mache ich dann ja ein “Anti-Kulturschock-Get together”. Ciao!

Mann, was ich alles wieder verpasse! Bei euch in Deutschland ist anscheinend voll der Winter ausgebrochen! Schnee und Eis satt, und ich habs verpasst! Soviel schneit es in Berlin bestimmt in den nächsten zehn Jahren nicht mehr. Wünsche euch viel Spass beim Schneemannbauen und Rodeln und heisse Bäder nehmen.
Ich für meinen Teil erlebe mal einen australischen Sommer (endlich). Vorgestern waren es hier 42 Grad. Der Wind nachmittags war ziemlich heiss. Nach einer dreiviertel Stunde arbeiten in einer unklimatisierten Halle der Farm brauchte ich dringendst Abkühlung. Gut, dass die Erdbeeren bei ca. 1 Grad gekühlt werden, das war eine wahre Erfrischung (in der Kältekammer stehen). Abends kamen Wolken auf, und hier an der Küste kühlte es schlagartig ab. Nach der Arbeit wollte ich mich beim Schwimmen erfrischen, die Wassertemperatur war jedoch schlagartig auf ca. 25 Grad gestiegen. Dank dem Wind fühlte es sich plötzlich im Wasser wärmer an als draussen.
Heute waren es nur knapp über 20 Grad. Morgen jedoch sollen es wieder über 30 werden, was sich bereits dadurch ankündigt, dass die Bewölkung verschwunden ist und es seit 15 Uhr deutlich wärmer geworden ist.
Nur noch zwei Wochen arbeiten! Heute war ein ziemlich guter Tag, da der Besitzer, Mick, mich nicht einmal darauf hingewiesen hat, dass ich irgendwas falsch mache/nicht mache/mache, was ich nicht soll. Auf die Frage meiner Chefin in der Kaffeepause, ob ich sie vermissen werde, habe ich spontan mal Nein gesagt. Wenn ich anschliessend weiter durchs Land reise, werde ich bestimmt gaaaaanz traurig sein und denken “Schade, dass ich jetzt nicht irgendeine Idiotenarbeit auf der Erdbeerfarm mache…”. Zur Strafe hat meine Chefin angedroht, mich nur noch die idiotischsten Arbeiten machen zu lassen. Sie war ziemlich entsetzt, als ich antwortete “Ich dachte, die mache ich schon.” Zum Glück hat sie etwas Humor. Trotzdem habe ich ihr lieber nicht erzählt, was mir neulich passiert ist, als ich das Telefon beantworten musste: Die Person am anderen Ende sagte “Hi, Gaye (Name meiner Chefin), this is…. ” und fing hektisch an zu reden. In dem Moment konnte ich nur sagen “I’m not Gaye”. Get the joke? Bis bald!

Heute mal wieder ein kleines Update von mir. Kinder, wie die Zeit vergeht…
Lutz und sein grosser Bruder Ivo waren drei Wochen zu Besuch (und haben vorher einige Tage in Sydney verbracht). Ich habe mir die Woche vor Weihnachten freigenommen. Direkt vom Flughafen haben wir die Great Ocean Road angesteuert. Da ich fahren musste, konnte ich die Ausblicke von der Strasse aus leider nicht so geniessen wie meine Beifahrer, aber wir haben natürlich unterwegs fast jeden Aussichtspunkt mitgenommen und reichlich Fotos gemacht.
Zunächst haben wir einige Nächte in einer Jugendherberge in Apollo Bay verbracht. Brandneu, erst im November eröffnet, was für ein Luxus!! Das Wetter war in den ersten zwei Tagen leider nicht so toll, es hat oft geregnet und war recht stürmisch, so dass wir die grossartigen Strände nur wenig erkundet haben. Einen halben Tag haben wir uns auf die Suche nach Koalas gemacht… die waren auch nicht schwer zu finden nach dem Tipp im Lonely Planet. Die hingen an der Strasse einfach so in den Bäumen rum!! Ganze Touristenbusse haben an dieser Strasse Halt gemacht, um die armen Tierchen vorzuführen – ob die zu müde sind, um gestresst zu sein, oder ob man es ihnen nur nicht anmerkt? Ein Wunder, dass niemand versucht hat, zu dem Koala auf den Baum zu klettern!
Wir haben den Regenwald in der Gegend erkundet, sehr schöne Wanderwege haben die, aber warum muss es eigentlich immer bergauf/bergab gehen? Ist Australien nicht angeblich der flachste Kontinent? Da zeigt sich mal wieder, wie relativ alles ist!
Nachdem wir froh waren, unsere dicken Pullover dabeizuhaben, gab es am dritten Tag gleich mal einen extremen Wetterwechsel, plötzlich waren es 30 Grad im Schatten und praller Sonnenschein. Just an diesem Tag haben wir uns die 12 Apostel und die nahegelegenen Sehenswürdigkeiten London Arch und Blowhole angeschaut. Wer denkt, die Apostel liegen in idyllischer Einsamkeit, hat sich gewaltig getäuscht. Es gibt einen riesigen Parkplatz, einen Tunnel unter der Strasse durch, und massenweise japanische Touristen. Man musste quasi mit den Ellenbogen k&aumlmpfen, um sich auch mal ans Geländer stellen und ein schönes Foto machen zu dürfen.
Zwei weitere Nächte haben wir am Ende der Great Ocean Road verbracht, in Port Fairy. Dort habe ich noch schnell ein paar Weihnachtseinkäufe erledigt und meine Weihnachtskarten zur Post gebracht, während Lutz und Ivo sich ein wenig vom Reisestress erholt haben. Ausserdem haben wir uns auf die Suche nach Wildlife gemacht und zum Sonnenuntergang ein paar Kängurus und Koalas beobachtet. Spontan entschlossen wir uns, die letzte Nacht in den Grampians zu verbringen – 200 Kilometer Entfernung sind ja schliesslich nichts in Australien!
In Halls Gap mitten in den Bergen hätten wir auch gern noch ein wenig mehr Zeit verbringen können! Nicht nur, dass die Jugendherberge auch super ausgestattet war, dort gab es auch Wildlife satt direkt vor der Haustür. Schwärme von Kakadus in den Bäumen – abends und morgens gab es ein Riesengeschrei. Es müssen im ganzen Ort über tausend Vögel gewesen sein. Kängurus gab es abends direkt auf der Wiese hinterm Ausgang. Ein Opossum turnte auch im Baum rum, allerdings konnten wir es nicht so gut sehen.
Am 23. Dezember war ich dann wieder arbeiten, bei uns war nur der 25. frei. Viel zu kurz, bei mir kam gar keine Weihnachtsstimmung auf. Eigentlich wollte ich nur schlafen! Das Weihnachts-BBQ habe ich aber voll genossen! Mehr später, die Bibliothek schliesst gleich!

Da bin ich mal wieder. Ich kann nicht glauben, dass ich erst 5 Wochen jobbe, es kommt mir vor wie ewig! Das mag daran liegen, dass mein Arbeitstag meist 11-12 Stunden lang ist, morgens um 5 raus, abends um 7 wieder zu Haus (oder später, da man ja auch noch was zu essen braucht oder mal frische Luft…). Die gute Nachricht ist: ich werde sicher nicht traurig sein, wenn mein Job hier zu Ende ist (Anfang Februar)! Erkältet war ich auch noch letzte Woche und habe einen Tag Arbeit verpasst.
Seit meinem letzten Posting habe ich nicht viele Erdbeeren eingepackt. Es ist irgendwie eine frustrierende Arbeit. Nachdem ich meine Frustration zum Ausdruck gebracht habe, werde ich nur noch für Jobs eingesetzt, die stundenweise bezahlt werden. Was einerseits gut ist, andererseits sind die Assi-Jobs manchmal nicht weniger frustrierend. Es gibt ja immer so Leute auf Arbeit, mit denen man nicht so gut kann, und davon gibt es auch hier einige! An manchen Tagen arbeite ich ausserhalb der Packhalle, was bedeutet, dass ich nur ab und zu Menschen sehe und Glück habe, wenn mir jemand bescheidgibt, dass jetzt Kaffeepause ist.
Neulich gab es sogar einen Streik! Die Erdbeerfarm ist ein Familienbetrieb, was heisst, dass der Besitzer und seine Tochter fast den ganzen Tag “Wache” halten und mitarbeiten. Da muss man schon aufpassen, was man tut und wie schnell man arbeitet, und wenn Mick schlecht gelaunt ist, gibt es schon mal häufiger einen Anranzer. Nikki hat dafür immer ganz tolle Verbesserungsvorschläge. Da die Packer nach Kilo bezahlt werden, wollen sie natürlich so schnell wie möglich machen, was bedeutet, dass die Erdbeeren schon mal gnadenlos in die Schale gepresst werden. Matschige oder beschädigte Erdbeeren gehören aber nicht hinein und deswegen gibt es auch Qualitätskontrollen. Die Quote der zurückgewiesenen Packungen war in den letzten Wochen sehr hoch, was Nikki zu noch rigoroseren Kontrollen und Verbesserungsplänen brachte. Daraufhin wurde kurzentschlossen das Tragen von Plastikhandschuhen verboten (damit die Mitarbeiter die Erdbeeren besser anfassen können, ohne sie zu zerquetschen). Einen Tag ohne Handschuhe, und die Packer haben nach der Mittagspause die Arbeit niedergelegt, da ihre Hände unakzeptabel dreckig waren. Es gab lange Diskussionen und Versammlungen … anscheinend wie jedes Jahr wieder sammelte Nikki Verbesserungsvorschläge ein, um die Qualitätsprobleme zu reduzieren… nun dürfen sie wieder Handschuhe tragen, allerdings nur die medizinischen Latexhandschuhe und nicht die Plastikhandschuhe, die länger halten.
Gerüchteweise habe ich schon gehört, dass die Stimmung immer schlechter wird, je weiter die Saison fortschreitet. Dann giften sich die Leute (hauptsächlich Frauen) gegenseitig an - die eine sucht sich die Kisten mit Erdbeeren raus, die am besten aussehen (verboten), die andere stellt ihre leeren Kisten nicht richtig auf die Palette (verboten), die dritte sortiert die kleinen Erdbeeren in den Abfall statt in die Schale, was natürlich schneller geht (richtig geraten - verboten!). Gestern musste ich dann auch schon mal etwas Rumgezicke ertragen, als eine Studentin sich partout weigerte, die von ihr gepackte und von mir reklamierte Packung Erdbeeren wieder abzuholen. Nachdem ich sie viermal umsonst aufgefordert hatte, war ich schon etwas aggressiv, bin kurzerhand zur Aufseherin gegangen und habe diese gebeten, die Schale zurückzugeben. Ich hoffe, sie hat ordentlich eins auf den Deckel bekommen!! Blöde Kuh. Die verdient bestimmt doppelt so viel am Tag wie ich und denkt sich, sie ist zu gut, um die eigenen Fehler auszubügeln. Gut, dass ich hier nicht lange bin und mir deswegen keine Freunde machen muss ;-)
Seit einer Stunde bin ich Besitzerin eines Fahrrads! “Meine” Bibliothekarin Val hat mir eins auf dem Wochenendmarkt erstanden, nachdem ich die letzten Wochen vergeblich nach einem billigen Rad gesucht habe. Die kurzen Wege hier zum Einkaufen oder zur Bank verbrauchen eindeutig zu viel Sprit! Für 5 Dollar könnt ihr euch vielleicht vorstellen, wie es aussieht, keine Gangschaltung oder so, aber es soll mich ja auch nicht so weit fahren. Luftpumpe und Helm hat sie mir auch gleich noch geborgt (es ist hier Pflicht, einen Helm zu tragen, Licht braucht man aber nicht haben, solange man nur tagsüber unterwegs ist). Also, wenn ihr jemals im Ausland seid und Hilfe braucht, geht mal in die Bibliothek, da gibt es viele hilfsbereite Menschen!
Lutz und Ivo sind inzwischen in Sydney, ich habe ab Samstag eine Woche frei und werde mit ihnen die Great Ocean Road entlangfahren!
So, meine Computerzeit ist um, viele Grüsse aus Rosebud West!!

Hier mal wieder ein recht kurzes Update von mir. Ich befinde mich inzwischen in Victoria, in Rosebud auf der Mornington Peninsula. Der Ort liegt direkt am Meer (ich wollte schon immer mal direkt am Meer wohnen und nutze meist die Gelegenheit, nach der Arbeit noch mal schnell einen Strandspaziergang zu machen) und ca. 80 km von Melbourne entfernt. Eigentlich viel zu bevölkert für meinen Geschmack, aber ich bin ja - hoffentlich - zum Geldverdienen hier!
Des Jobs wegen bin ich hierhergekommen, es hat 6 Tage gedauert, von Nordqueensland hierher zu fahren. Ach ja, mal eben wieder den Kontinent durchquert, wann hat man das schon mal! Die Landschaft ist abwechslungsreich und dann auch wieder nicht - man fährt eben etwas länger, bevor sich die Vegetation mal wieder ändert.
Kaum angekommen, musste ich direkt eine bezahlbare Unterkunft suchen, was nicht so einfach war. Gerade im Dezember und Januar kommen hier nämlich die Volksmassen an, um Urlaub zu machen - ein bisschen wie bei uns an der Nord- und Ostsee. Alles ist dann vermietet und man kann locker 5000 Dollar oder mehr für ein Ferienhaus pro Monat bezahlen. Ich bin erstmal in einem miefigen Wohnwagen untergekommen (der luxuriöser war als der, in dem ich in Pinnaroo gewohnt habe!) und habe mit viel Zufall und Glück jetzt ein nettes kleines Appartment gefunden. Nun kann ich meine Füsse nach der Arbeit hochlegen und Fernsehen! Ein kleiner Garten ist auch dabei, falls es jemals dazu kommen sollte, dass das Wetter prächtig ist UND ich einen Tag zu Hause verbringen will, kann ich mich auf den Rasen legen und den Tomaten beim Wachsen zusehen…
Arbeiten tue ich auf der Erdbeerfarm in der Nähe. In der ersten Woche habe ich ordentlich geld verdient, da wir jeden Tag ca. 11 Stunden gearbeitet haben. Jetzt lerne ich, Erdbeeren zu verpacken, mal schauen, wie das so läuft, das wird per Kilo bezahlt und im Moment bin ich noch ein wenig langsam … habe eine kleine Frustrationsphase, ich hoffe, das gibt sich ganz schnell. Ich bin schliesslich hier zum Geld verdienen und nicht, um mein Leben zu geniessen oder mir Sorgen zu machen, ob ich mir mein Appartment auch demnächst noch leisten kann! Mehr demnächst, die Bibliothek macht gleich zu!

Wusstet ihr schon, dass man giftige Schlangen ganz einfach von ungiftigen unterscheiden kann? Ungiftige Schlangen haben zwischen der Augenschuppe und der Nasenschuppe eine weitere Schuppe. Die Herausforderung besteht darin, der Schlange so nahe zu kommen, um das sehen zu können! Und wenn sie euch in die Nase beisst, könnt ihr nur hoffen, dass sie nicht giftig war!!
Das ist eines der nützlichen Dinge, die ich in Far North Queensland gelernt habe. Als meine Wwoof-Familie im Urlaub war, ist eine Python in den Hühnerkäfig eingebrochen und hat zwei Hühner gekillt. Man konnte den Umriss des verschlungenen Huhns noch sehr gut in der Schlange erkennen. Natürlich erst, nachdem wir einen Experten gerufen haben, um die Schlange zu entfernen (möchte ich allein herausfinden, ob es eine Python ist oder nicht? Nein!). Die andere Schlange, die ich gesehen habe, war in Atherton in einem Park. Ich sah sie erst, als ich einen halben Meter von ihr entfernt vorbeilief… Da ich aber ein Foto gemacht habe, konnte der Schlangenexperte mir sagen, dass es sich zum Glück um eine ungiftige Schlange handelte. Nette Frösche habe ich auch noch getroffen… Fotos bei Gelegenheit mal.
Inzwischen bin ich in Victoria, 3300 km südlich von Atherton! Mehr davon demnächst (die Bibliothek macht jetzt zu).

Atherton-Tablelands und Daintree Rain Forest - pah! Was ist das schon gegen eine Fahrradtour durch das herbstliche Brandenburg? Es ist der 30. Oktober, wir haben seit Tagen strahlenden Sonnenschein und die Höchtemperatur heute betrug 18 Grad Celsius. Grund genug, die wahrscheinlich letzte Fahrradtour dieses Jahres zu machen. Fotos hier !

Und was macht man, wenn die Fotos selber nicht hochgeladen bekommt? Genau… man schickt sie per EMail seinem Freund, der das dann erledigen muss. ;-)

Voll die Unverschämtheit die Fotos übrigens, hier fängt gerade der Herbst an und man muss sich sowas anschauen…

Ich bin jetzt bereits 8 Wochen hier in Rose Gums wwoofen. Rose Gums ist eine Öko-Herberge, Jon und Peta vermieten hier luxuriöse Häuser an Touristen. Ihr Grundstück besteht aus fast 300 Hektar Regenwald und grenzt direkt an einen Nationalpark. So lebe ich hier mitten im Regenwald. Vom Wohnhaus aus blickt man direkt über den Wald hinweg bis zu den zwei höchsten Bergen Queenslands, Mt. Bartle Frere und Bellenden Ker.

Ich habe mein eigenes grosses Zimmer mit Kühlschrank und Fernseher, im ausgebauten Schuppen hinter dem Haupthaus. So muss ich nicht mit der Familie in einem Haus wohnen. Jon und Peta haben nämlich nicht nur zwei Firmen, mit denen sie rund um die Uhr beschäftigt sind, sondern auch noch drei Kinder. Sie sind alle Frühaufsteher!

Als Wwoofer helfe ich mit, die Gästehäuser sauber zu machen. Anderer Leute Mist aufzuräumen, ist nicht gerade mein Ding. Wahrscheinlich wäre ich hier nicht so lange geblieben, hätte es sich nicht zufällig ergeben, dass sie für fast vier Wochen in Urlaub gefahren sind. So habe ich auf das Haus aufgepasst (ohne zu arbeiten) und meine Mutter konnte während ihres Urlaubs hier umsonst wohnen. Gutes Timing!

Mit meiner Mutter habe ich zwei Wochen lang die Gegend erkundet. Unter anderem waren wir im Undara National Park. Dort haben frühere vulkanische Aktivitäten Lava-Tunnel unter der Erde geformt. An den Stellen, wo diese Tunnel eingebrochen sind, hat sich Regenwald-Vegetation entwickelt, während drumherum die typische karge Trocken-Vegetation besteht mit braunem Gras und kleinen Eukalyptus-Bäumen. Ausserdem haben wir den Daintree Rainforest erkundet und haben einen Ausflug zum Great Barrier Reef gemacht. Am letzten Wochenende ist meine Mutter wieder heimgeflogen.

Auch bei mir ist jetzt Schluss mit Faulenzen! Es muss mal wieder Geld her! Leider sieht es hier mit Jobs hier oben nicht so gut aus, wie ich gedacht habe. Die meisten Jobs werden Teilzeit angeboten. Fürs draussen arbeiten ist es etwas sehr heiss hier, das halte ich (in meinem Alter) nicht aus den ganzen Tag! In den letzten Tagen hat sich auch schon die kommende Regenzeit angekündigt. Es hat nachmittags geregnet, was aber nicht dazu geführt hat, dass es abkühlt. Wenn anschliessend wieder die Sonne hervorkommt, fühlt es sich ein bisschen an wie in der Sauna. Tagsüber ist es meist um die 30 Grad, und nachts kühlt es auf ca. 20 Grad ab.

Hatte ich schon erwähnt, dass die Insekten dieses Klima ganz hervorragend finden (neben den Fröschen)??
Kurzum, ich habe mich anderweitig umgeschaut (als Work&Traveler muss man ja bekanntlich flexibel sein) und beschlossen, weiterzuziehen. Da ich die jobreichen Gegenden in Queensland nicht so nett finde, werde ich ganz radikal 3000 km nach Victoria fahren! Dort beginnt demnächst die Kirsch-, Erdbeer- und Blaubeerernte. Eine konkrete Jobzusage habe ich noch nicht, da alle erst dann anfangen, wenn die Früchte wirklich reif sind. Ich bin jedoch zuversichtlich. Eine Erdbeerfarm würde mich wohl ab Anfang November nehmen, dort sieht es aber mit bezahlbaren Unterkünften schlecht aus und die Farm stellt selbst keine zur Verfügung. Ich werde mich also mal umschauen und dann spontan sehen, wo ich genau landen werde. Es bleibt spannend!

Leider habe ich es aufgrund technischer Probleme nicht geschafft, alle Fotos von hier auf meine Webseite zu laden, aber einige gibts schon zu sehen, schaut doch mal wieder vorbei!

Grüsse aus dem tropischen Norden! Ich wollte mich mal endlich wieder melden und berichten, was ich so seit September gemacht habe.

Ich befinde mich jetzt in den Atherton Tablelands, das ist ca. 70 km von Cairns entfernt. Die Tablelands sind auf ca. 700 m Höhe über dem Meeresspiegel. Anders als der Name vermuten lässt, sind sie jedoch nicht flach, sondern im Gegenteil sehr hügelig! Das Land hier ist vulkanischen Ursprungs und die Böden sind sehr fruchtbar. So werden hier zahlreiche Obst- und Gemüsesorten angebaut.

Ansonsten gibt es hier noch einigen Regenwald, das meiste davon in Nationalparks. Es gibt zahlreiche Flüsse und Seen, und da sie krokodilfrei sind, kann man sich super im Wasser abkühlen!!
Von Cairns aus bin ich zunaechst gen Atherton gefahren und bei Margit gewooft. Margit ist eine deutsche Auswandererin, die verwaiste Kängurus und Opossums aufzieht. Ich durfte auch mal so ein niedliches Tierchen füttern. Süeeeessss!!!

Bei Margit war es super! Sie hat rund ums Haus ihren eigenen Regenwald. Ich hatte ein Zimmer mit zwei Fensterfronten und konnte gar nicht in Ruhe schlafen! Nachts turnten die Possums auf dem Balkon herum. Ab und zu gaben mysteriöse Tiere im fernen Tal interessante Laute von sich. Durch die Bäume schimmerten die Sterne. In der Morgendämmerung dann begannen die Vögel ein Konzert, hunderte von ihnen! Die “Whipbirds” machen ein sehr eigentümliches Geräusch (gleicht dem Schlagen einer Peitsche, daher der Name) in allen Tonlagen. Eine Kostprobe gibt es hier (www.goana.com.au/Gossips/Gossip39/images/Whipbird.mp3). Dieses Geräusch machen jedoch nur die männlichen Vögel, und wenn sie ein Weibchen gefunden haben, dann antwortet das Weibchen seinem Männchen mit einem anderen sehr speziellen Geräusch (es ist diese Zeit des Jahres). Anyway, es hörte sich an, als sässe in jedem Baum ein Vogel und alle fingen um 5.30 Uhr an zu rufen. Andere Vögel hat man darüber fast nicht mehr gehört.

Tagsüber gab es bei Margit die Känguruhs zu beobachten. Von ein bisschen Garten- bzw. Hausarbeit ganz abgesehen. Abends dann hopsten einige Male Wallabies oder Pademelons (kleinere Känguruarten) in Margits Küche, um sich einen Snack abzuholen. Um 22 Uhr wurden die Jöys zum letzten Mal gefüttert. Kurzum: Zum Schlafen blieb eigentlich so gut wie keine Zeit und ich war total übermüdet.

Leider hatte ich bereits einer weiteren Wwoof-Familie zugesagt, im Anschluss zu ihnen zu kommen, sonst wäre ich bestimmt noch länger geblieben… habe sie bereits ein paar Mal besucht, und Rocky, das kleine graue Riesen-Känguru hopst manchmal sogar schon im Garten herum!!!

Mehr dann in den kommenden Tagen!

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